Tolle Close Up’s fotografieren

Beim Fotografieren pflege ich die Liebe zum Detail. Wenn ich meine Urlaubsbilder zeige, bekommt man schon hin und wieder eine alte Klingel oder eine Blume im Fokus zu sehen.

Seit ich die Liebe zur Fotografie entdeckt habe, gehe ich irgendwie anders durch die Welt. Bewusster. Ich achte auf die kleinen, nicht so auffälligen Dinge und schenke ihnen Aufmerksamkeit. Nehme sie ins Visier. Und halte sie für die Ewigkeit fest.

Landschaftsaufnahmen sind toll und wahrscheinlich auch besser geeignet, um seinen Urlaub zu schildern. Doch ich muss gestehen, mir gelingen sie oft nicht so, wie ich mir das vorstelle. Ich finde, die meisten Landschaften wirken auf meinen Fotos irgendwie unspektakulär. In der Realität gefällt es mir immer besser.

Mein Motiv scharf im Zentrum, während der Hintergrund verschwimmt. So fotografiere ich am Liebsten. Ich experimentiere mit der Komposition und der Stärke des Bokeh-Effekts. Mit diesem Beitrag möchte ich euch ein paar Tipps und Tricks für tolle Close Up Aufnahmen geben – vielleicht gibt ihr mir im Gegenzug welche für die Landschaftsfotografie?

! Ich beschäftige mich in diesem Beitrag nicht mit der Macro-Fotografie. Macroobjektive bilden eure Motive mit einem Maßstab von 1:1 ab. Es ist ein sehr spezielles Gebiet der Fotografie. Alle Beitragsfotos wurden entweder mit einem 18 mm – 35 mm Standardobjektiv oder einer 50 mm Festbrennweite aufgenommen.

 

Die richtigen Einstellungen

Ein Unschärfebereich im Hintergrund gehört für mich bei den meisten Close Ups einfach dazu. Eine große Blende ist das A und O um einen tollen Bokeheffekt in euren Bildern zu erreichen. Ich nutze für Close Ups auch gerne meine Festbrennweite, mit welcher ich meine Blende bis zu F/1.8 öffnen kann. Doch auch mit dem 18 mm – 35 mm könnt ihr tolle Aufnahmen erreichen.  Eine große Blende hat zur Folge, dass viel Licht durch den Sensor fällt und ihr im Gegenzug eure Verschlusszeit kürzen müsst, um überbelichtete Bilder zu vermeiden. Genauer erklärt habe ich euch die Einstellungen der Fotografie hier.

Ich nutzte bei Nahaufnahmen in der Regel immer die manuelle Fokussierung, um diese kontrollieren zu können. Wegen der stark geöffneten Blende kann es hier leider schneller zu Fehlfokussierungen kommen. Ein Stativ kann euch helfen, dies zu vermeiden. Falls ihr dieses grade nicht zur Verfügung habt, blendet ein wenig ab ( = kleine Blende).

 

Die richtige Belichtung

Hier gelten ähnliche Regeln wie beim Fotografieren im Sommer. Achtet auch hier besonders während der Mittagszeit darauf, dass die Sonne nicht geradewegs auf das visierte Motiv strahlt, um harte Schatten und Überbelichtungen in euren Fotos zu vermeiden. Besser ist es, wenn die Sonne von hinten auf dieses scheint, also in eure Richtung.

Wolken am Himmel sorgen für ein gedämpfteres und schöneres Licht für eure Fotos. Doch im Laufe des Tages wird das Sonnenlicht sowieso sanfter. Zu dieser Zeit könnt ihr auch mal probieren, direkt auf die tiefer stehende Sonne zu fotografieren, um tolle Lichtspiele zu erreichen. Die schönste Ästhetik erreicht ihr zu den goldenen Stunden, also eine Stunde vor Sonnenaufgang und -untergang, wenn das goldene Licht um eure Motive schmiegt.

 

Das richtige Motiv finden

Was ich an Close Up’s so toll finde, ist, dass dieses Motiv nicht jeder fotografiert. Die Kirche im Ort mit dem passenden Denkmal fotografiert wohl jeder, der gerade seine Kamera im Gepäck hat. Zugegeben, ich fotografiere diese Wahrzeichen auch. Den Pflichtgefühlen sei Dank. Doch irgendwie fehlt es mir an Kreativität, das Gebäude einfach nur frontal abzulichten. Nachdem ich also ein typisches Touri-Bild gemacht habe, suche ich oft nach Details oder fotografiere ein Teil des Gebäudes in einer ungewöhnlichen Komposition.

Diese winzigen Details fallen vielen gar nicht auf, mein Foto ist also mit hoher Wahrscheinlichkeit einzigartig. Meine Begleiter schauen mich oft verwundert an, wenn ich mal wieder vor einer alten Tür haltmache oder ganz plötzlich auf dem Boden knie und meine Kamera irgendwo hin richte. Sie wären blind an meinem Motiv vorbeigegangen.

Ich habe es bereits oben erwähnt, um Close Ups zu machen, muss man seine Umgebung sehr bewusst wahrnehmen. Schnappt euch in den nächsten Tagen eine Kamera und schlendert durch eure Stadt, euer Dorf, euer was auch immer. Versucht wirklich alles um euch herum wahrzunehmen, jedes noch so kleine Detail am Straßenrand. Macht die Augen auf. Bleibt auch mal stehen und schaut um euch herum. Geht näher an das Geschehen ran. Was gefällt euch an diesem Ort besonders gut? Was sticht hervor?

Mit der Zeit werdet ihr ein Auge hierfür gewinnen. Irgendwann werdet ihr die Motive nicht mehr suchen müssen, sie werden euch förmlich entgegen springen. Leider auch manchmal, wenn die Kamera nicht im Gepäck ist.

 

Die richtige Komposition

Hier gibt es eigentlich keine festen Regeln, das ist das Tolle an Close Up’s. Probiert euch auch hier ein bisschen aus. Soll das zentrale Motiv im Zentrum des Bildes stehen? Oder etwas seitlich? Soll eventuell auch nur ein Teil des Motivs mit aufs Foto? Mit der Zeit werdet ihr auch hier schnell wissen, in welcher Position euch die Motive am Besten gefallen werden.

 

Der richtige Hintergrund

Das mag zunächst etwas sinnlos klingen, da der Hintergrund in der Regel doch eh verschwommen sein wird. Doch Farbe, Belichtung und Aufbau des Hintergrundes tragen trotzdem zu der Komposition des Bildes bei. Dieser sollte nicht zu unruhig sein und so vom zentralen Motiv ablenken. Doch trotzdem muss der Hintergrund nicht immer eintönig und einfarbig sein. Ich finde es auch oft interessant, Gebäude oder Landschaften im Hintergrund zu nutzen, um dem Bild noch einen gewissen Feinschliff zu geben.

Ich hoffe ich konnte mit diesem Beitrag eure Lust für die Close Up Fotografie erwecken. Falls ja, möchte ich natürlich eure Ergebnisse sehen. In der Flickr Gruppe Close Up, könnt ihr diese hochladen und mit mir und anderen teilen.

 

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Author

Janina

Date & Time

Juni 22, 2017

Gerne linken und teilen :)

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