Eine Lochkamera ist das einfachste optische Gerät, mit dem man von eine Gegenstand ein Bild erzeugen kann.

Sie wird auch „Camera obscura“ (lat. „dunkle Kammer“) genannt und ist die Urform einer fotografischen Kamera.

Sie besteht aus einem lichtundurchlässigen Gehäuse mit einem kleinen Loch auf  der einen Seite und einem lichtdurchlässigen Schirm auf der anderen. Die Lochkamera nutzt die geradlinige Ausbreitung des Lichtes und kann ganz einfach selbst gebaut werden.

Doch wie funktioniert die Lochkamera nun genau?

Der griechische Philosoph Aristoteles entdeckte während einer Sonnenfinsternis vor etwa 2.000 Jahren in einem Baumschatten mehrere Abbilder der Somme, welche durch kleine Öffnungen im Blattwerk des Baumes entstanden sind.

Wenn Licht durch eine Öffnung in einen dunklen Raum gelangt, entsteht auf der gegenüberliegenden Seite ein Abbild der Lichtquelle beziehungsweise des belichteten Objektes. Das Bild kann auf einem lichtempfindlichen Material, wie beispielsweise Fotopapier für immer festgehalten werden.

Fällt nun Licht durch die Öffnung der Lochkamera, breitet es sich nach allen Seiten geradlinig aus und ein kleiner Teil gelangt bis zu dem Schirm und erzeugt einen Lichtfleck in Form des Loches. Der Gegenstand wird hier umgekehrt und spiegelverkehrt abgebildet, denn die Lichtstrahlen überkreuzen sich im Loch.

Je kleiner das Loch, desto schärfer ist das Bild aber durch das wenig einfallende Licht auch umso dunkler. Durch ein größeres Loch wird das Bild heller jedoch auch unschärfer. Bei einem großen Abstand zwischen Lichtquelle und Loch wird das Bild lichtstark und unscharf, bei einem kleinen Abstand wird das Bild groß aber Unscharf.

 

Wir wollen euch erklären, wie ihr euch ganz einfach eine eigene Lochkamera bauen könnt.

Ihr benötigt:

  • eine Pappschachtel (z.B Schuhkarton)
  • eine Nadel
  • Alufolie
  • Transparentpapier/Butterbrotpapier
  • Schwarzes Tonpapier
  • Klebeband

Praktische jeder unbelichtete Gegenstand kann zu einer Lochkamera umgebaut werden, der von uns genutzte Schuhkarton ist nur eine von vielen Möglichkeiten.

Zunächst muss ein Recheck in eine der kleineren Seiten des Schuhkartons geschnitten werden, welches anschließend mit einem Stück Alufolie überklebt wird.

Anschließend wird die gegenüberliegende Seite des Kartons bis auf einen Rand von etwa 1cm abgeschnitten. .

Im nächsten Schritt wird das Transparentpapier an der offenen Seite des Kartons befestigt und der Karton mit dem Deckel geschlossen.

Nun muss das Innere des Katons und des Deckels mit schwarzem Tonpaier beklebt werden.

Abschließend wird mit der Nadel ein Loch in die Alufolie gestochen und eure Lochkamera ist fertig.

Jetzt muss eine Lichtquelle beziehungsweise ein angestrahltes Objekt vor die Lochkamera gestellt werden. Da das Loch durch den Nadelstich sehr klein ist, entsteh ein verdunkeltes Bild. Um dieses gut zu erkennen, solltet ihr euren Raum abdunkeln.

Die in unserem Beispiel genutzte Kerzenflamme wird durch unsere Lochkamera spiegelverkehrt und kopfüber auf dem Transparentpapier abgebildet.

 

Möchte man nun wirklich mit der Lochkamera fotografieren, muss man das Transparentpapier mit Fotopapier ersetzen. Außerdem benötigt die Kamera nun einen Verschluss (z.B in Form einer kleinen Pappe) denn das Bild wird gemacht, sobald das Loch geöffnet ist. Für ein Foto sollte man dieses etwa eine Minute geöffnet lassen. Das Fotopapier muss anschließend in einem aufwändigen Prozess entwickelt werden, bis ein fertiges Negativ entsteht.

 

Quellen: lernhelfer.de; schueler-bw.de; elmar-baumann.de; talu.de