“Kaschieren geht über Probieren – oder so ähnlich.”

Das habe ich mir gedacht und mich voller Eifer in die Materie gestürzt. Mit fineart Druck hab ich jetzt schon ein paar Erfahrungen sammeln können. Über die Weiterverarbeitung der Drucke jedoch, weiß ich noch relativ wenig. Also noch ein paar Tipps über das Kaschieren geholt, und ran an den Druck.

Kaschieren?

Was ist Kaschieren? Im Duden Steht neben “so darstellen, verändern, dass eine positivere Wirkung erzielt wird” auch“Pappe […] mit buntem oder bedrucktem Papier bekleben”. Natürlich ist in unserem Fall eher zweiteres gemeint. Das bedruckte Fineart wird mittels doppelseitig klebender Folie auf einen Museumskarton aufgetragen. Der relativ dünne Druck wird auf diese weise selbst Formstabil und wirkt deutlich hochwertiger, wobei hier auch die erste im Duden stehende Bedeutung erfüllt wird. Aber nun genug vom Definieren, da wir jetzt zum lustigen Teil kommen.

Vorgang

Eigentlich ist der Vorgang recht simpel und kann normal von jedem durchgeführt werden. Bei größeren Prints empfiehlt es sich, aus praktischen Gründen, zu zweit zu arbeiten. Es muss natürlich beim abschließenden Schneiden mit dem Cuttermesser Vorsicht und genügend Kraft vorhanden sein, aber dazu später mehr.

1. Vorbereitung

Erst suche ich mir alle benötigten Materialien und Werkzeuge zusammen. Zum Kaschieren benötigt man:

  • Den schon ausgedruckten Abzug
  • Klebefolienrolle in passender Größe
  • Museums-, oder Galeriekarton
  • Gummiandrückrolle
  • Scharfes Cuttermesser
  • Stoffhandschuhe
  • Zimmermannswinkel oder eine andere Schneidehilfe
  • Stabile, saubere, große und gerade Unterlage
  • Schneidunterlage

2. Klebefolie auf den Museumskarton aufbringen

Museumskarton auf die Unterlage legen und die Klebefolie langsam und gleichmäßig auftragen. Dabei die Gummiandrückrolle benutzen und darauf achten, die Folie mit dieser Blasenfrei aufzutragen.

3. Druck auf die Klebefolie aufbringen

Ähnlich wie beim vorherigen Schritt wird der Druck langsam und gleichmäßig mit der Gummirolle aufgebracht. Hierbei sollte die Oberfläche des Drucks mit einem dünnen Papier geschützt werden. Es hilft, den Druck erst an einem Rand anzukleben und die Folie, die die Klebende Seite der Klebefolie abdeckt, Stück für Stück abzuziehen.

4. Ausschneiden des Bildes

Nun kommt der spannende Teil. Es bietet sich an, eine neue Klinge und ein Stabiles Cuttermesser zu benutzen, da das Durchschneiden des starken Kartons schon etwas an Kraft benötigt. Für einen geraden Schnitt nimmt man den Zimmermannswinkel zu Hilfe. Im Idealfall ist nach dem ersten Schnitt der komplette Karton durchtrennt. Eine Schneideunterlage ist für diesen Schritt ebenfalls sehr empfehlenswert, da das Messer durch den ganzen Karton schneidet.

Und denkt immer daran: das Messer ist sehr scharf, also Vorsicht!

5. Veredeln/Schutz

Sollte das Bild der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein, sollte es zum Schutz gegen ausbleichen oder farbverschiebungen mit UV-Schutzlack behandelt werden.

Mein erster Versuch:

So sieht mein Ergebnis aus. Das Auftragen ging mir noch recht gut von der Hand, nur beim Schneiden habe ich etwas die Kontrolle über das Messer verloren. So ist mein Bild leider an der unteren Kante leicht schief geworden. Dennoch gefällt mir das Ergebnis sehr gut und das Kaschieren hat auch Spaß gemacht.
Hier gibt´s auch noch ein Video von meinem ersten Versuch. Falls es euch gefällt würden wir uns über ein Kanalabo und den berühmten Daumen nach oben freuen.
Viel Spaß beim anschauen.