Hähnel Extreme HLX-E6N – Meine Meinung

Der Hähnel Extreme verspricht ein besserer Akku als der Originalakku, mit extremen Widerstand gegen physische Einwirkungen und Temperaturanfälligkeit zu sein. Gerade das mit dem Widerstand und der Temperatur habe ich mir mal etwas genauer angeschaut und bin dabei auf erstaunliche Ergebnisse gekommen.

Kleine Akkukunde

Die Komponenten

Ein Akku, wie er in Digitalkameras Verwendung findet, besteht nicht nur aus den Zellen alleine.
Die Grundbausteine sind:

  • Gehäuse
  • Zellen
  • Schaltung

Wichtig ist, dass all diese drei Komponenten gut sind um einen zuverlässigen, leistungsstarken und langlebigen Akku zu bauen. Generell lässt sich sagen, je mehr Wert auf die einzelnen Punkte gelegt wird, desto Teurer wird der Akku.

Originalakkus Allgemein

Ein Originalhersteller steht mit seinem Namen für eine gute Qualität ein und hier lässt sich Erfahrungsgemäß auch sagen das diese Qualität gegeben ist. Das macht die Akkus natürlich teurer, jedoch weniger anfällig für Totalausfälle. Diese Akkus haben im allgemeinen nicht umsonst einen guten Ruf.

Fremdherstellerakkus Allgemein

Die meisten Nachbau Akkus sind wesentlich günstiger. Das ist natürlich erstmal ein großer Vorteil im Vergleich zu den Originalen, jedoch nimmt man mehr in kauf als nur den Namen eines anderen Herstellers auf dem Akku stehen zu haben. Schauen wir uns doch mal die drei Komponenten an und schauen nach, wo hier noch gespart wird.

Wo liegt das Einsparpotential?

Gehäuse

Das Gehäuse muss natürlich Passgenau sein um in die Kamera zu passen. Außerdem macht hier Kunststoff sehr viel Sinn, da das Material den Strom nicht leitet, somit Isoliert und noch dazu günstig ist. Hier ist also wenig Sparpotenzial gegeben.

Zellen

Als nächstes nehmen wir uns die Zellen vor. Da Markenzellen generell teuer sind, verwenden Dritthersteller oft billige No-name Zellen. Diese funktionieren zwar meistens gut, neigen aber wegen der niedrigeren Herstellungsgenauigkeit eher zum Defekt.

Schaltung

Zu guter letzt nehmen wir uns die Schaltung vor. Akkus besitzen neben den + und – Pol zur Stromversorgung der Kamera auch über einen so genanten Infochip, der mehr Informationen über den Akkustatus und die Kompatibilität liefert. Die Kamera kommuniziert im Fall von Canons LP-E6 mit diesen über die Anschlüsse T und C. Hier wird von Drittherstellern oft nur das nötigste an Elektrik verbaut um den Betrieb in den Kameras zu ermöglichen.

Wie das Innenleben eines Akkus aussehen kann, sieht man im Beitrag “Mein Hobby: Akkus schlachten” im pen and tell Blog. Dort steht auch noch mehr zum Thema Akkus.

Wie sieht’s mit dem Hähnel Extreme aus?

Schauen wir uns mal die Akku-Komponenten an.

Gehäuse

Erst zum Offensichtlichen, dem Gehäuse. Das ist natürlich das auffälligste Teil an dem ganzen Akku. Hier wird seitens Hähnel eindrucksvoll in einem Video (Link zum Video auf Youtube) gezeigt, wie viel der Akku aushält. Ob eingefroren, fallen gelassen oder sogar mit dem Hammer bearbeitet, der Akku hält das angeblich aus. Dabei ist er mit Silikon ausgegossen, um die Elektronik im Inneren zu schützen.

Zellen

Die Zellen sind nicht einfach so einsehbar. Laut Hähnel sind hier UL Geprüfte Markenzellen aus Japan verbaut. An Informationen findet man auf dem Gehäuse eine Minimalkapazität von 1900 mAh (Der LP-E6N von Canon hat 1865 mAh) bei 7,2V. Soll also heißen das mit dem Hähnel Akku theoretisch ein paar mehr Fotos gemacht werden können bevor er neu geladen werden muss. Das habe ich allerdings nicht weiter überprüft da ich den nächsten Punkt etwas ausschlaggebender finde.

Schaltung

Wie sieht’s denn jetzt mit dem Akku aus? Ein gutes Gehäuse und angebliche Markenzellen, jedoch günstiger als das Original. Spart Hähnel an der Schaltung? Wie bei den Zellen kann man da von außen nicht reinschauen. Die Kamera erkennt den Akku ganz normal als LP-E6. Bleibt nur noch eines wenn man den Akku nicht öffnen will: Den Widerstand Zwischen “T und -” messen. Beim Original ist ein Widerstand eingebaut, der mit sich ändernder Temperatur größer oder kleiner wird. Somit weiß die Kamera, welche Temperatur der Akku hat und kann im Notfall (heiß gelaufener Akku) abschalten. Die Messung zeigt: hier wurde einfach ein fester Widerstand eingebaut. So funktioniert der Akku natürlich in extremen Situationen länger, man riskiert jedoch auch ein Stück weit das Wohl der eigenen Kamera.

Fazit

Für wen ist dieser Akku geeignet? Das Gehäuße des Hähnel Extreme Akkus ist durchaus robust, jedoch habe ich es in 6 Jahren ernsthafter Fotografie nie geschafft einen originalen LP-E6 Akku gänzlich zu zerstören. Runtergefallen ist mir schon mal einer, aus normaler Standhöhe und das drei mal der selbe. Beim dritten mal ist das Gehäuse tatsächlich an der Naht etwas aufgesprungen, aber das war auch nichts, was ein Tropfen Sekundenkleber nicht hätte lösen können. Der Akku funktioniert heute noch.
Das mit der eingebauten Schaltung ohne Widerstands-Temperaturüberwachung ist der kritischste Punkt an dem Akku. Dieses Bauteil ist eigentlich nicht teuer und auch relativ leicht zu verbauen, aber es fehlt im Hähnel Extreme. Warum das so ist, kann ich nicht sagen. Hier hat Hähnel am falschen Ende gespart und deshalb disqualifiziert sich der Akku für mich.
Wer jedoch ein Tollpatsch ist, schon den ein oder anderen Akku im normalen Gebrauch durch herunterfallen oder versehentliches Einfrieren zerstört hat und generell keine Abneigung gegen Fremdakkus verspürt, kann sich den Hähnel Extreme mal ansehen.

Außerdem würde mich euere Meinung zu dem Thema interessieren. Lasst doch mal einen Kommentar da. 🙂

Links

Wir bieten in unserem Webshop den originalen Canon LP-E6N an.