Die Welt der analogen Fotografie – Das Farbnegativ

Wir haben uns vor einiger Zeit bereits mit dem Schwarzweiß Film beschäftigt. Nun gehen wir ein Schritt weiter und widmen uns dem Farbnegativ.

Im Post über die Analoge Filmentwicklung haben wir den Begriff des Fotonegativs bereits kennengelernt:

“Ein Negativ ist ein analoges Filmmaterial, welches spiegelverkehrt zur Originalaufnahme ist und eine umgekehrte Farbgebung aufweist. So sind dunkle Flächen bei Schwarz-Weiß Aufnahmen hell und umgekehrt. Bei Farbfilmen sind die Komplementär-Farben abgebildet.“

Eine Komplementärfarbe weißt im Übrigen alle Farben bis auf die eigentliche Farbe auf und liegt im Farbkreis gegenüber von dieser Farbe.

Beim Farbnegativfilm werden drei lichtempfindliche fotografische Schichten, bestehend aus Silberhalogenid, übereinander gelagert. Jede Schicht ist jeweils für ein Drittel des Farbspektrums empfindlich:

Die oben im Film liegende Gelbschicht ist für Blau empfindlich, die mittig liegende Rotblauschicht ist für Grün empfindlich und die untere Pupurschicht ist für Rot empfindlich. Durch die Mischung der drei Grundfarben kann man jede Farbe darstellen.

So passieren beispielsweise bei der oberen Schicht alle Lichtfarben bis auf blau. Auf die zweite Schicht trifft somit gar kein blaues Licht mehr, und da diese das Grünlicht filtert trifft auf die untere Schicht nur noch das rote Licht. Fotografiert man nun ein einfarbiges Objekt, wird nur eine der Schichten belichtet. Die Schichten dienen also als eine Art Filter und Filtern immer das Licht mit der Komplementärfarbe.

Wurde das Foto gemacht und die Schichten folglich belichtet, weißt das Negativ die oben beschriebene umgekehrte Farbgebung auf.

Der Farbfilm verfügt im Gegensatz zum Schwarz-Weiß Film neben dem Silberhalogenid über sogenannte Farbkuppler. Dies sind farblose organische Substanzen, welche mit Oxidationsprodukten des Farbentwicklers reagieren und dadurch Farbstoffe bilden.

Die Bilder des Farbfilmes sind aber nicht nur farbinvertiert sondern auch helligkeitsinvertiert. An den Stellen des Bildes, wo weniger Licht auftrifft wird wenig Farbstoff gebildet und umgekehrt. Da Negative nur ein Zwischenprodukt sind, ist es bei der Herstellung von Papierabzügen noch möglich, kleine Korrekturen bei der Belichtung vorzunehmen.

Die meisten Farbnegative haben zudem eine Orangemaske, welche dafür sorgt, dass mögliche Farbfehler behoben werden und dass die Farben möglichst detailgetreu dargestellt werden.

Durch einen standardisierten Entwicklungsprozess namens C-41 entstehen mit Hilfe von Lichtentwickler-Chemikalien in Laboren und Dunkelkammern Negativstreifen. Das vorhandene Silber lässt die Farben jedoch ziemlich “dreckig“ erscheinen, weshalb es entfernt werden muss. Dies erfolgt mittels eines Bleichbades, welches das Silber wieder in Silberhalogenid umwandelt, welches dann wiederum mit Hilfe eines Fixierbads entfernt wird. Abschließend werden die Fixieradreste mittels Wässerung entfernt und der Farbnegativfilm ist fertig.

Die Umkehrung der Farben des Negativfilms erfolgt durch Kopieren auf Fotopapier, auf einen anderen Film oder auf ein anderes elektronisches Medium.

Es gibt keine Garantie für eine dauerhafte Haltbarkeit von Fotonegativen. Normalerweise lassen sich in einem Zeitraum von mindestens zehn Jahren noch Abzüge von den Negativen anfertigen lassen. Je länger die Lagerung desto häufiger bleichen die Farben auf Grund von Licht, Staub, Wasser, Hitze oder Kratzer in den Filmen aus.

Farbnegative sind in nahezu allen Filmtypen erhältlich.

Ich habe mit Kodak Portra 800 Film fotografiert.

Je empfindlicher ein Film desto höher ist sein ISO Wert und desto weniger Licht ist notwendig. Wer also eher bei schwächeren Lichtverhältnissen fotografiert oder Bewegungen einfrieren will, sollte zu Filmtypen mit höherem ISO Wert greifen. Die Detailgenauigkeit und die Intensität der Farben sinkt mit höherer Empfindlichkeit. Filmtypen mit geringer Empfindlichkeit wie z.B 100 ISO haben ein kaum ausgeprägtes Korn und haben somit eine höhere Auflösung als ein Film mit höherer Empfindlichkeit.(Die Verschiedenen Filmtypen)

Der Film hat also dank seines ISO Wertes einen starken Unterbelichtungsspielraum und ist besonders geeignet für eher trübere Wintertage. Die Körnigkeit kommt bei besonders dunkler Umgebung stark zu Geltung – beispielsweise auf dem Bild von dem Aperitif – doch das gibt den Fotos meiner Meinung auch einen gewissen Charme. Bei den meisten Aufnahmen weißt der Film jedoch trotz seiner hohen Lichtempfindlichkeit scharfe Bilder mit niedrigen Korn auf. Dies ist eine besondere stärke des Kodak Portra 800.

Natürlich hatte ich auch wieder einige Fehlschüsse: Manchmal war der Auslöser schneller gedrückt, als das Bild fokussiert, manchmal war die Belichtungszeit zu kurz eingestellt und das Bild wurde zu dunkel. Doch mit der Zeit gewinnt man ein immer besseres Gefühl für die richtigen Einstellungen und den passenden Moment zum Auslösen.

Und mir gefällt die Ungewissheit nach dem Auslösen und die Spannung, wenn die Bilder endlich fertig entwickelt sind und man seine gelungen und auch die nicht so gelungenen Werke bestaunen kann. Ich mag die Farbgebung des Filmes mit seinem verbunden Retrolooks und bin alles in einem zufrieden mit meinen Aufnahmen.

Und nun seid ihr an der Reihe: Wir haben wieder eine Flickrgruppe gegründet und würden uns freuen wenn ihr dort eure analogen Farbaufnahmen mit uns teilt.

 

 

Quellen: www.techniklexikon.netwww.fotolaborinfo.de ,www.diafix.de; lomography.de

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Author

Janina

Date & Time

Januar 19, 2017

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