Janina April 4, 2017

Die Manfrotto Fotofilter im Test

In der letzten Woche kam ein Beitrag über die Manfrotto Fotofilter online.
Ich habe in diesem Beitrag angekündigt, dass ich noch ein wenig mit den Filtern experimentieren werde. Genau das habe ich in der letzten Woche gemacht und einige Vergleichsfotos für Euch geschossen.

In diesem Beitrag zeige ich meine Ergebnisse und schildere Euch meine Erfahrungen mit den Fotofiltern.

Zirkularpolfilter:

„Zirkularpolfilter reduzieren die Spiegelung von Glas und Wasser.“

Das habe ich zunächst in unserem Studio mit den verschiedenen Güteklassen von Manfrotto getestet. Das Ergebnis hat mich wirklich beeindruckt:

Mit jeder Güteklasse spiegelte die Glasplatte weniger und das Frosch-Bild erschien klarer und kontrastreicher. Ich fand richtig Spaß daran, die Fotofilter aufzusetzen und so lange zu drehen, bis das Bild mir mit kräftigen Farben entgegen „blickte“. Der Effekt war wirklich überwältigend.
Außerdem lässt sich auch gut erkennen, dass der Zirkularpolfilter die Farben des Motivs verändert. Das Grün wirkt von Filter zu Filter kräftiger. Schon nach meinem ersten Versuch war ich sehr überzeugt von der Wirkung des Filters.

 

 

 

Versuch Nummer zwei startete ich im „realen“ Leben an einer Wasseroberfläche. Beim untern Bild reflektiert das Wasser zwar auch noch, doch ich finde, die Reflexion wird trotzdem erkennbar reduziert. Der Filter verdunkelt das Bild auch sehr stark und ist für meinem Geschmack nun etwas zu dunkel. Doch das war mein Fehler. Bei der  Nutzung eines Polfilters muss die Belichtungszeit verlängert werden, da dieseser das Bild verdunkelt. Ich habe die Belichtungszeit zu geringfügig verändert, denn auf meinem kleinen Kamerabildschirm in Kombination mit Sonnenschein erschien das Bild nicht so dunkel.

 

 

„Die Zirkularpolfilter steigern den Kontrast und die Sättigung eines Bildes, das Gras erscheint grüner und der Himmel blauer.“

Die „Forsch-Bilder“ haben diese Aussage eigentlich bereits bewiesen, doch auch das wollte ich noch mal draußen in der Natur testen.
An diesem Wochenende war wunderbares Wetter und der Himmel strahlend blau – doch wirkt dieser durch den Zirkularpol Fotofilter wirklich noch blauer?
Ich finde ja. Mir gefallen zwar beide Bilder, doch der Polfilter verstärkt die Farben und Kontraste schon merklich. Das zweite Bild hat kräftigere Farbtöne als das ohne Fotofilter. Leider sind mir auf dem zweiten Bild die Vögel unten links (sind es Enten?) abhanden gekommen. Die geben dem ersten Bild schon das gewisse Etwas.

 

 

Der Manfrotto Zirkularpolfilter hat mich in seiner Funktion überzeugt. Ich persönlich muss noch ein bisschen üben, die richtige Belichtungszeit bei aufgesetzen Filter zu wählen. Ein paar meiner Fotos mit Filter waren schlichtweg zu dunkel, doch das ist mir erst auf dem Computerbildschirm so richtig aufgefallen. Doch darauf werde ich beim nächsten Mal besonders Acht geben und zu dunkle Bilder gehören schon bald der Vergangenheit an – Übung macht schließlich den Meister.

ND-Filter

ND-Filter sind dazu geeignet, die Lichtmenge, welche auf den Kamerasensor trifft, zu reduzieren, ohne dabei die Farbe des Bildes zu verändern. Sie verdunkeln das Bild, sind also eine Art Sonnenbrille für das Objektiv. Dies ermöglicht es, selbst am helligten Tag lange Belichtungszeiten zu nutzen, ohne dabei ein überbelichtetes Bild als Ergebnis zu haben.

„So können Wasseroberflächen auf dem Foto glatt erscheinen.“

Wie praktisch, dass unsere Dreiflüsse-Stadt eine große Auswahl an Wasseroberflächen zu bieten hat. Ich habe diesen Effekt gleich mal an der Donau ausgetestet. Ich kann Euch sagen, ich kniete ziemlich lange vor meiner Kamera. Es war gar nicht so leicht, die richtige Belichtungszeit und die passende Blendengröße zu finden. Außerdem führte die eh schon so lange Belichtungszeit zu einer längeren Verabreitungszeit meiner Kamera und die Bilder ließen bei jedem Versuch auf sich warten. Gottseidank war es am Wochenende so warm und die lange Wartezeit lies sich gut aushalten.

Aus dem ND8 und ND64 Filter hätte ich wohl mit einer noch kleineren Blende noch mehr herausholen können, doch das wurde mir leider erst nach Abbauen meines Stativs bewusst. Je kleiner die Blende, desto weniger Licht trifft durch den Sensor. Damit das Bild nicht zu dunkel wird, muss nun die Belichtungszeit verlängert werden. Je länger die Belichtungszeit, desto glatter wirkt die Wasseroberfläche.

Aber warum?

Durch Langzeitbelichtungen wirken bewegte Motive verwischt, da sie nicht in sekundenschnelle eingefroren werden, sondern Ihre Bewegung über längere Zeit aufgenommen wird. Ihr kennt bestimmt die sogenannten „Lightpaintings“, die man bei Nacht mit Taschenlampen oder Autoscheinwerfern machen kann. Das bewegte Licht wird über mehre Sekunden aufgenommen und erscheint im Ergebnis wie lang gezogene Lichtstriche (siehe hier).

Das Prinzip ist beim Wasser dasselbe: Die Strömung wird über längere Zeit aufgenommen, die Bewegung verschwimmt und die Oberfläche wirkt im Ergebnis glatt.
Ich persönlich finde diesen Effekt wirklich beeindruckend. Mit aufgesetzten ND500 Filter war das Motiv durch den Sucher meiner Kamera kaum noch zu erkennen, so dunkel war es. Doch mit extrem langer Belichtungszeit ist das fertige Bild trotzdem wieder außreichend hell und die Wasseroberfläche wirkt spiegelglatt.

 

„Mit einem ND500 Filter ist es möglich, eine Verschlusszeit von bis zu 30 Sekunden zu nutzen.“

Auch das wollte ich mal genauer testen. Mit einer, unter diesen Lichtverhältnissen, größtmöglichen Blendenzahl von F 22 war mein Bild bei 30 Sekunden Belichtungszeit stark überbelichtet. Und auch mein Ergebnis bei 25 Sekunden ist ein wenig zu hell geraten. Allerdings wurde das Motiv auch bei starkem Sonnenlicht aufgenommen. An einem schattigeren Ort oder weniger sonnigen Tag hätte ich wohl auch problemlos 30 Sekunden lang belichten können. Doch der Effekt der glatten Wasseroberfläche überzeugt schließlich auch bei kürzeren Belichtungszeiten.

 

„Öffentliche Plätze können, durch extrem lange Belichtungszeiten menschenleer, abgebildet werden.“

Das konnte ich zuerst nicht so ganz glauben. Ich dachte immer, so etwas funktioniert nur mit Photoshop. Also habe ich es an der Innpromenade getestet.
Bei langen Belichtungszeiten verwischen die Bewegungen der Menschen ebenfalls, bis sie schließlich „verschwinden“. Sitzende Menschen bleiben dem Bild also logischerweise erhalten.

Als ich das zweite Foto auf meinem Kameramonitor betrachtet habe, dachte ich, dass die Fußgänger wirklich alle verschwunden sind. Da das Bild eh schon ziemlich hell war, habe ich es also gar nicht mit einer längeren Belichtungszeit probiert. Erst am Computer habe ich gemerkt, dass die Silhouetten der vorderen Fußgänger noch zu sehen sind und ich sie quasi zu Geistern gemacht habe. Doch der Großteil, der sich bewegenden Menschen, ist wirklich weg. Und nein, ich habe nicht gewartet bis der Weg leer ist. Das ist bei so einem schönem Wetter am Inn auch ein Ding der Unmöglichkeit.

Bei einer Verschlusszeit von 25 oder 30 Sekunden hätten sich wohl alle Menschen in Luft aufgelöst – bis auf die faulen Banksitzer. Außerdem wirkt die Wasseroberfläche auch bei diesem Versuch wieder markellos glatt.

 

Ich war wirklich erstaunt darüber, was der ND Filter alles kann und es hat mir großen Spaß gemacht, ein wenig mit diesem zu tricksen.

 

UV Filter

„UV Filter können dauerhaft auf dem Objektiv bleiben, den sie haben eine kaum reflektierende Oberfläche und schützen das Objetkiv.“

Meine Beispiel Bilder zeigen, dass der Manfrotto UV Filter die Bilder nicht beeinträchtigt. Ich habe die beiden Bilder direkt hintereinander gemacht ohne eine Einstellung zu verändern. Dieser Fotofilter kann also problemlos auf dem Objektiv verweilen und es vor Staub und Kratzern schützen.

„Sie blockieren ultraviolettes Licht um Unschärfe und Blaustichigkeit zu reduzieren.“

Meiner Meinung nach wirkt das zweite Bild ein wenig klarer als das Erste. Der UV Filter kann ohne Know How ganz einfach genutzt werden. Ihr werdet keine unter oder überbelichteten Bilder als Ergebnis haben und könnt eure Bildern trotzdem einen kleinen Feinschliff geben.

 

 

Ich hatte großen Spaß dabei, ein wenig mit den Filtern zu experimentieren. Es benötigt ein wenig Übung und Zeit, um die bestmögliche Wirkung aus den Filtern herauszuholen. Es gibt vieles, was ich bei den Fotos aus diesem Beitrag im Nachhinein noch besser gemacht hätte. Doch wie bei allem im Leben lernt man aus Fehlern bekanntlich am Besten und mit dem nötigen Know-How können mit den Manfrotto Fotofiltern wirklich tolle Ergebnisse entstehen.

Habt ihr bereits Erfahrungen mit Filtern gesammelt? Wenn ja welche? Waren eure Ergebnisse zufriedenstellen? Habt ihr Tipps für mich?
Ich freue mich sehr über Eure Kommentare.

 

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