Tipps für das Fotografieren im Regen

Leider lässt uns das Frühlingswetter bis auf kurze Ausnahmen im Moment ein wenig im Stich.
Jedoch hat das regnerische Wetter auch einen Vorteil: Bei Regen lassen sich spektakuläre Fotos machen – denn Regen ist nicht nur kalt, nass und lästig, sondern vor allem auch ein tolles Motiv.
In diesem Beitrag geben wir Euch einige Tipps und Tricks für das Fotografieren im Regen.

Die passende Belichtungszeit

In unserem Beitrag über die Grundlagen der Fotografie haben wir Euch bereits erklärt, was es mit der Belichtungszeit überhaupt auf sich hat.
Die Belichtungszeit bestimmt, wie lange das einfallende Licht durch die Öffnung des Objektives fällt. Je dunkler es wird, desto länger muss die Belichtungszeit sein.

Um kurze Momente einzufrieren, eignet sich eine kurze Belichtungszeit. Außerdem lassen sich verschwommene Fotos so vermeiden. In der Regel gilt, dass die Bilder umso realistischer erscheinen, je kürzer die Verschlusszeit ist. Bei Regenaufnahmen werden Regentropfen mit Hilfe von kurzen Belichtungszeiten von bis zu maximal 1/250 Sekunden quasi wie “eingefroren“ festgehalten. Um die Regentropfen im richtigen Moment gut einzufangen, nutze am Besten einen manuellen Fokus, damit nicht fälschlicherweise der Hintergrund fokussiert wird.
Um trotz kurzer Belichtungszeit eine genügend helle Aufnahme zu erreichen, kann entweder die Blende geöffnet werden oder der ISO Wert erhöht werden. Jedoch führt ein zu hoher ISO Wert zu körnigen Aufnahmen.

Doch auch längere Verschlusszeiten können für Regenaufnahmen genutzt werden, wenn ein bestimmtes Motiv im Vordergrund steht und der Regen im Hintergrund als “lange Fäden“ eher verschwommen wirken soll. Für diesen Effekt eignet sich eine Verschlusszeit von etwa 1/10 bis zu einer Sekunde. Hierbei ist jedoch wichtig, dass sich das fokussierte Motiv nicht bewegt, sonst wird auch dieses verschwommen dargestellt, und nicht nur der Regen. Falls es wegen der langen Belichtungszeit zu Überbelichtungen kommt, helfen eine kleinere Blende oder ein ND-Filter, um diese zu vermeiden.

Regentropfen im Fokus

Regen verursacht schöne Details. Ob auf Glas, auf der Oberfläche von Blättern, an Spinnennetzen oder gar in Verbindung mit Tieren – Regentropfen können verdammt gut in Szene gesetzt werden. Am Besten sind diese zu erkennen, wenn gegen das Licht fotografiert wird.

Besonders gut wirken die Aufnahmen der Regentropfen im sogenannten Bokeh-Effekt, also mit verschwommenden Hintergrund. Hierzu müsst ihre eine offenen Blende (ab etwa f 5.6) nutzten – ein Teil des Motivs steht im Fokus, der Rest verschwimmt um diesen herum.
Aufnahmen dieser Art empfiehlt sich die Nutzung eines Makroobjektivs. Von der Nutzung eines Blitzes raten wir eher ab, da dieser die Regentropfen eher weiß darstellt.

Springende Regentropfen:

Wenn die Regentropfen auf einer Oberfläche aufkommen, zerspringen sie entweder oder springen noch einmal in die Höhe. Von diesem Moment lassen sich tolle Aufnahmen machen. Also begebt euch in Bodennähe und nutzt eine kurze Belichtungszeit um diesen Effekt im passenden Augenblick festzuhalten. Besonders schöne Aufnahmen lassen sich auf Wasseroberflächen  machen.

Regenpfützen als Spiegel

In Regenpfützen spiegelt sich so einiges. Durch den schwarzen Untergrund der Straßen wirken die Spiegelungen relativ klar und bilden einen starken Kontrast. So kannst du deine Motive auf ganz besondere Art und Weise ablichten. Halte die Kamera hierfür sehr niedrig über die Pfütze und probier verschiedene Positionen aus, um das “perfekte“ Bild zu erreichen.

Zieht die Gummistiefel an

… packt die Kamera mit ein und dann nischts wie raus ins Regenwetter.

Besonders gut machen sich knallige Regenklamotten die etwas Stimmung in die trübe Regenstimmung bringen. Springt in Pfützen, posiert mit Eurem Regenschirm – Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Den Regen von innen nach außen Fotografieren

Wenn es ohne Pause in Strömen gießt und wie wild windet, ist die Motivation nach draußen zu gehen verständlicherweise gering. Doch das muss man auch nicht um tolle Aufnahmen zu erreichen.
Auch von innen lassen sich tolle Regenaufnahmen machen. Während drinnen eine gemütliche und warme Atmosphäre herrscht, wirkt es draußen unruhig und stürmisch – dieser Kontrast lässt sich gut für Aufnahmen nutzen. Die Regentropfen perlen am Fenster ab und bilden dabei oft ein schönes Muster.

Auch hierfür sollte eine große Blendenöffnung gewählt werden, um den Hintergrund abseits der Fensterscheibe verschwommen dazustellen und die Tropfen im Fokus zu haben.

Regenwetter hat etwas Magisches. Das könnt ihr nutzen und zum Beispiel Freunde und Familie vor ein Fenster setzten und verträumt nach draußen blicken lassen.

Der Augenblick danach

Auch wenn es manchmal Tage voller Regen gibt, und wir die Hoffnung auf Sonne fast aufgeben – irgendwann kommt der Moment danach. In den Momenten, wo die ersten Sonnenstrahlen aus dem dunklen Himmel hervorlugen, lohnt es sich auf jeden Fall, seine Kamera dabei zu haben, um dieses Lichtspiel festzuhalten. Mit etwas Glück bekommt man nach dem Unwetter sogar ein Regenbogen zu Gesicht, und das sollte sich ein Fotograf auf keinen Fall entgehen lassen.

Die passende Ausrüstung

Mit der richtigen Ausrüstung müsst Ihr Euch bei dem Unwetter nicht um eure Kamera sorgen:

Dieses YouTube-Toutorial von GIGA FOTO zeigt zum Beispiel, wie man  ganz einfach, schnell und günstig einen selbst gemachten Regenschutz für die Kamera zaubern könnt.

Alternativ können, besonders bei starken Regenschauern, auch eine passende Schutzhülle oder ein Unterwassergehäuse vor der Feuchtigkeit schützen.

Zudem solltet Ihr während des Fototrips Linsentücher dabei haben, um hiermit Regentropfen von Eurem Objektiv zu entfernen. Eine Sonnenblende bietet dem Objektiv zusätzlichen Schutz.

Es gibt Regenschirme, die sich an einem Stativ befestigen lassen oder alternativ Regenschrimhalter für die Stative. Das Problem der fehlenden dritten Hand ist somit im Nu gelöst.

Eine gute Fototasche schützt die Kamera außerhalb der Nutzungszeiten. Diese sollte einen stabilen Boden haben und eventuell über einen gesonderten Regenschutz verfügen. Die Kamera sollte nach dem nach draußen sowie nach dem nach innen gehen eine Weile in der Tasche bleiben, damit sie sich an die wechselnden Temperaturen anpassen kann.

Schützt aber nicht nur Eure Kamera sondern auch Euch selbst mittels passender Regenkleidung. Wir wollen schließlich nicht, dass ihr eure Regentour wegen durchnässter Kleidung und deswegen sinkender Motivation vorzeitig abbrecht oder am nächsten Tag mit einer Erkältung im Bett liegt.

 

Diese Tipps sollen lediglich Inspirationen für das Fotografieren im Regen sein. Dir sind beim Fotografieren keine Grenzen gesetzt. Experimentiere sowohl mit Kameraeinstellung als auch mit Motiven oder Perspektiven und du wirst ganz bestimmt tolle Regenaufnahmen machen.

Wir sind natürlich ganz gespannt und neugierig auf deine Aufnahmen und würden sie gerne bewundern. Hierfür haben wir die Flickrgruppe Regenfotografen gestartet. Wir freuen uns sehr, auf diesem Weg bald zahlreiche regnerische Aufnahmen von Euch zu sehen.

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Author

Janina

Date & Time

März 20, 2017