Aller Anfang…

Für die meisten Fotografie-Anfänger wirkt er wie der Heilige Gral – Der manuelle Modus der Kamera. Oft sehen die ersten Gehversuche auf dem dominanten “M“ des Moduswahlrades entweder aus als wären sie mit aufgesetztem Objektivdeckel, oder in der Nähe eines 10.000 Watt Flutlichts entstanden. Das weiß ich auch zu gut aus eigener Erfahrung.
Wenn man nun endlich eine, für das gewünschte Bild, ansprechende Belichtung gefunden hat, will man eigentlich keinen Parameter mehr verändern. Doch manchmal braucht man einfach das gewisse Mehr an Tiefenschärfe und so ist man doch gezwungen die Blende zu schließen. Doch um wie viel länger muss jetzt die Verschlusszeit sein um das Bild auf gleicher Helligkeit zu halten?

Die Rettung naht durch Blendenschritte

Dazu gibt es einen einfachen Trick den jeder anwenden kann. Schließt man die Blendenöffnung um “5 Klicks“ am Einstellrad, verlängert man entweder die Verschlusszeit oder Erhöht den ISO-Wert ebenfalls um “5 Klicks“ und erhält so ein identisch helles Foto. (Vorausgesetzt man hat im Menü der Kamera Drittelschritte für den ISO-Wert eingestellt. Die meisten Spiegelreflex und spiegellose Systemkameras können dies.) Ein so genannter “Klick“ bewirkt dann eine Änderung der Belichtung um eine Drittelstufe, die Zahl “5“ kann durch eine beliebige andere Zahl ersetzt werden.

So sieht das dann aus

In diesem Beispiel verändere ich den Blendenwert von f5.6 auf f8 , um einen größeren Bereich der fotografierten Kamera scharf abzubilden. Die Belichtung selbst bleibt jedoch, dank des erhöhen ISO-Werts, gleich.

Schauen wir uns nun mal Ausschnitte der beiden entstandenen Bilder an:

Bildvergleich Blendenschritt

Links: f5,6 Iso200 1/30sek Rechts: f8 Iso 400 1/30sek

Beide Bilder sind, der unterschiedlichen Parameter zum Trotz, gleich Hell. Das Rechte Bild weißt aber etwas mehr Tiefenschärfe auf.

Die Blendenschritte

Der Trick ist dadurch möglich, da alle drei Hauptparameter in Drittelstufen angesteuert werden. Drei Drittelstufen ergeben so eine Ganze Stufe (Blendenstufe), welche jeweils eine Verdoppelung oder eine Halbierung der Belichtung bewirkt.

  • Schließen der Blendenöffnung um eine Blendenstufe (z.B. f4.0 -> f5.6): das Bild wird halb so Hell
  • Verlängerung der Verschlusszeit um eine Blendenstufe (z.B. 1/100sec -> 1/50sec): das Bild wird doppelt so Hell
  • Erhöhung des ISO-Werts um eine Blendenstufe (z.B. iso200 -> iso400): Das Bild wird doppelt so Hell

Sollten die Blendenzahlen im ersten Moment komisch erscheinen, so gibt es in regelmäßigen Abständen “Ganze Zahlen“ diese lauten wie folgt:

f1.0 – f1.4 – f2.0 – f2.8 – f4.0 – f5.6 – f8.0 – f11 – f16 – f22

Dies sind die gängigsten, ganzen Blendenzahlen. Die Reihe kann theoretisch nach oben und nach unten fortgesetzt werden, Praktisch sind jedoch die oben angegebenen Zahlen am ehesten von Bedeutung.
Springt man nun von einer ganzen Blendenzahl zur nächsten, verdoppelt oder halbiert sich das Licht, welches durch das Objektiv in die Kamera eintritt. Zum feineren Einstellen der Werte, wurden die Drittelstufen eingeführt.

Solltet du mit den Begriffen Blende, Verschlusszeit und ISO noch nichts anfangen können, empfehle ich dir unseren Beitrag über die Grundlagen der Fotografie durchzulesen.