Polaroid OneStep und Impossible Film im Test

In den letzten Wochen haben wir euch so viele Sofortbildkameras und Impossible Filme vorgestellt. Da wollten wir es uns nicht nehmen lassen, die beiden Produkte auch zu testen und euch die Ergebnisse und Eindrücke zu präsentieren. Ich habe zuvor noch nie mit einem Polaroid Modell fotografiert und habe mich umso mehr auf dieses Projekt gefreut. Ich habe die Polaroid OneStep closeup und einem monochromen Film von Impossible verwendet.

Die Polaroid OneStep closeup

Die Polaroid hat eine festverbaute Linse, bei welcher der Fokus fest eingestellt ist. Ihre Naheinstellungsgrenze reicht von 1,2 Meter bis unendlich. Der Namengeber der Closeup ist ihre Nahlinse. Diese kann einfach über das Objektiv geschoben werden. Mit der Nahlinse könnt ihr Objekte aus 0,6 Meter bis 1,2 Meter aufnehmen.

Der Blitz der Sofortbildkamera ist eingebaut und wird, genau wie die Kamera, von der Batterie im Filmpack mit Strom versorgt. Der Auslöser befindet sich links an der Schnauze der Kamera. Zum Laden des Blitzes müsst Ihr den Auslöser etwa zur Hälfte Durchdrücken. Sobald das rote Licht hinten aufleuchtet, lädt er. Wenn dieses Licht von rot auf grün wechselt, ist der Blitz einsatzbereit. Den Blitz könnt ihr an dem Schalter hinter dem Auslöser deaktivieren. Das Licht wird dann nicht mehr grün aufleuchten. Aber seid bloß vorsichtig, dass Ihr dabei nicht ausversehen auslöst …

Die Kamera nimmt die Belichtungseinstellungen selbst vor. Ihre Belichtungszeit reicht von 1/2000 s bis 1/4 s und die maximale Blendengröße liegt bei f/11. Wie alle bis jetzt vorgestellten Modelle verfügt die Polaroid OneStep über einen Belichtungsregler. Dieser befindet sich direkt unter dem Objektiv. In Richtung des schwarzen Pfeils belichtet die Kamera weniger und umgekehrt.

Die  Onestep closeup verfügt über kein Stativgewinde. Sie ist kompatibel mit den 600 Sofortbildfilmen, welche heutzutage wieder von Impossible hergestellt werden. Zum Öffnen des Filmgehäuses müsst Ihr den Hebel unter dem Auslöser schieben. Sobald der Film eingelegt ist, klappt das Gehäuse einfach wieder zu und Ihr könnt loslegen.

Der Impossible SW Film:

Ich nehme mir jetzt mal die Freiheit, mich selbst zu zitieren. In diesem Beitrag habe ich euch nämlich bereits alles Wichtige über diesen Typ Film erzählt:

Der Typ 600 Schwarzweiß liefert euch tolle monochrome Aufnahmen. Das Bild beginnt sich binnen einer Minuten zu entwickeln. Vollkommen entwickelt ist es in fünf  bis zehn Minuten. Dank neuartiger Beschichtung ist das Problem der Lichtempfindlichkeit eines Filmes gelöst, und die Bilder können bei der Entwicklung Licht ausgesetzt sein. Wir empfehlen euch jedoch, sie bei der Entwicklung abzuschatten um so ein bestmögliches Ergebnis zu garantieren.

In einer Packung befinden sich acht Sofortbilder mit dem charackteristischen weißen Rand eines Sofortbildes.

Die Bilder haben ein Format von 8,8 x 10,7 cm mit einem Bildberreich von 7,9 x 7,9 cm und besitzen eine glänzende Oberfläche. Die Filmempfindlichkeit beträgt 640 ASA. Die ungeöffneten Filme sollten gekühlt bei 5-10 Grad gelagert werden, beispielsweise im Kühlschrank. Der Film wird inklusive Batterie geliefert. Der Typ 600 Film ist kompatibel mit den 600’er Polaroids.

Genug zu den Produktdetails, jetzt geht es ans Fotografieren.

Mein erstes Bild mit der Polaroid war ein Reinfall:

Ich durfte schon öfter mit einer Fujiffilm von meiner Freundin fotografieren. Ich konnte als schon ein bisschen in die Sofortbildfotografie hinein schnuppern, viel Erfahrung hatte ich jedoch nicht. Vor meinen Job hier bei Photo Lang hatte ich noch nie eine Polaroid in der Hand und bis zum letzten Wochenende habe ich auch noch nie mit einer fotografiert. In der Theorie kenn ich mich mit Sofortbildkameras gut aus. Hier auf dem Blog beschäftige ich mich viel mit diesen und ihren Funktionen. Doch Theorie und Praxis sind in der Fotografie zwei paar Schuhe.

Ich habe mich sehr auf das Fotografieren gefreut, doch nur acht Versuche zu haben war schon eine Herausforderung. Besonders ganz ohne Erfahrungen. Und ich scheiterte bereits am ersten Bild …

Man muss dazu sagen, dass ich im Moment des Auslösens gar nicht fotografieren wollte. Ich wollte lediglich den Blitz deaktivieren und habe hierbei wohl den Auslöser mit betätigt. Obwohl ich der festen Überzeugung bin, nur den hinteren Hebel gedrückt zu haben …

Ehe ich mich versah, löste die Kamera aus, während ich die Linse schön schief und wackelnderweise auf die nichtssagende Wand unseres Wohnzimmers richtete. Wäscheständer und Bügeleisen inklusive. Ich habe kurzzeitig gehofft, dass es einfach eine Art zweites Deckblatt ist . Aber nein, es war mein erstes geschossenes Polaroidbild – ein Unscharfes und nichts Sagendes etwas. Da saß ich also auf meinem Sofa, schon fast beeindruckt über diese unfassbar doofe Aktion und starrte auf mein Kunstwerk.

Mein Druck aber auch meine Motivation wurden nun umso größer. Die restlichen Bilder mussten jetzt umso besser werden. Mein zweites Bild entstand auf der Nacht der Musik in Passau (die meiner Meinung nach auf jeden Fall wiederholt werden muss).  Ich fotografierte auf die hell beleuchtete Bühne und dachte, es wäre wohl schlauer den Belichtungsregler etwas in die schwarze Richtung zu schieben.  Hier war ich nach dem Entwicklen zunächst auch erstmal enttäuscht, das Bild wurde fast ein bisschen zu dunkel. Meine Mitbewohnerin fand das Bild ziemlich cool und fand das “Gewisse Etwas“ an der Dunkelheit. Inzwischen bin ich auch zufrieden mit dem Bild, am Abend wirkte es auch noch dunkler als es eigentlich war.

Nachdem ich meine Kamera ausgepackt habe, wurde ich übrigens sofort angesprochen, ob ich denn mit meiner coolen Kamera ein Bild von zwei Freundinnen machen könnte. Den Wunsch konnte ich ihnen zwar leider nicht erfüllen, da ich ja wirklich sehr beschränkt in meinen Fotos war. Doch ich finde die Reaktionen auf solche Retromodelle immer wieder schön.

Der Hell/Dunkler Regler kam mir nochmal in die Quere: Ich bin ein stolzer Sonnenblumenbesitzer und wollte meiner Lieblingsblume die Chance auf mein letztes Bild geben. Als ich das Foto schoss vergaß ich leider, dass ich die Belichtungszeit am Tag zuvor verringert habe, und wunderte mich zuerst über mein dunkles Ergebnis.

Ich fotografiere eigentlich fast immer manuell und kenne mich mit Belichtungszeiten und Co aus. Die closeup hat nur zwei Einstellungsmöglichkeiten: Das Deaktivieren des Blitzes und den Belichtungsregler, und genau diese beiden Einstellungen musste ich ein bisschen üben. An meiner Kamera werde ich auf meinem Bildschirm darauf hingewiesen, welche Einstellung ich gerade vornehme. Und auch wenn ich mal vergesse, die Belichtung anzupassen, mache ich halt einfach ein zweites Bild. Außerdem sind mir konkrete Zahlen gegeben. Beim Hell-Dunkler Regler weiß ich nur eines: je mehr ich den Hebel in eine Richtung schiebe desto heller oder eben dunkler wird mein Bild. Wie stark weiß ich erst, wenn ich den Auslöser gedrückt habe und womöglich ein zu stark oder zu schwach belichtetes Bild in der Hand halte.

Ein paar Fehlschüsse muss man wohl anfangs in Kauf nehmen, auch wenn es weh tut. Lasst euch davon nicht unterkriegen, das passiert euch schon bald nicht mehr.Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl, in welchen Situationen man die Belichtungszeit ändern sollte und wann nicht. Ich habe am sonnigen Tag die Belichtung etwas runtergeschraubt, weil mir die Fotos sonst ein wenig zu hell waren. In Innenräumen empfehle ich euch die normale Belichtungszeit. Bei Nacht sollte man sich wohl eher in Richtung weißen Pfeil orientiert, doch das habe ich selbst nicht ausprobiert.

Bis auf die oben beschriebenen Missgeschicke hat eigentlich alles ganz gut geklappt. Alles in einem bin ich sehr zufrieden mit meinen Ergebnissen, auch mit den zu dunklen. Im Nachhinein kann ich sogar über mein erstes Bild schmunzeln. Weil es ein Polaroidbild im Retrolook ist, hat es schon fast das gewisse Etwas. Jedes Bild ist auf seine Art und Weise besonders.

– Ist das Kunst oder kann das weg?  Naja, ich werde es auf jeden Fall nie vergessen.

Das Gefühl der Entschleunigung kannte ich schon, da ich schließlich schon öfter mit einer analogen Kamera unterwegs war. Doch nur acht Polaroid Bilder zur Verfügung zu haben ist doch nochmal etwas anderes als 24 oder 36 Bilder auf einem Film. Hier muss das Motiv schon wirklich etwas leisten, um ein Foto wert zu sein. Das macht die Fotos irgendwie einzigartig. Und gerade das finde ich schön. So ein Polaroidbild gerät nicht so schnell in Vergessenheit. Ich kann sie sofort in der Hand halten und werde sie so bestimme immer mal wieder anschauen. Wann schau ich mir schon all meine Tausenden digitalen Fotos an?

Mich hat es gepackt. Ich fand Sofortbilder schon immer ziemlich cool, war aber zu geizig für eine Anschaffung. Doch jetzt habe ich wohl zu viel Gefallen gefunden, um länger zu widerstehen. Gerade die älteren Polaroid Modelle haben es mir angetan. Ich fand es schön, mal gar nicht so viele Einstellungsmöglichkeiten zu haben und mich voll und ganz auf mein Motiv zu konzentrieren. Als nächstes würde ich unglaublich gerne in Farbe fotografieren. Und Impossible hat ja noch so viele andere tolle Filme im Angebot.

Habt Ihr schon Erfahrungen mit Polaroids gesammelt? Waren auch solche Fehlschüsse dabei? Was sind eure Tipps für die Belichtung? Schreibt mir gerne all eure Erfahrungen in die Kommentare.

Wir haben schon weitere Produkte für euch getestet:

Author

Janina

Date & Time

Juni 1, 2017

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