Kaiser Wechselsack – Die mobile Dunkelkammer

Mit dem Kaiser Wechselsack könnt ihr eure Filme auch ohne Dunkelkammer selbst entwickeln.

Analoge Fotos sind einzigartig. Der Fotograf muss sich beim Fotografieren Zeit für seine Motiv nehmen. So wird die Umwelt automatisch viel bewusster wahrgenommen und der Auslöser wird nur dann gedrückt, wenn dieser Moment wirklich ein Foto wert ist. Außerdem ist es unheimlich spannend, seine Bilder erst ein paar Wochen später nach dem Entwickeln in der Hand zu halten und sich wieder an die einzelnen Momente zu erinnern. Sind wir mal ehrlich, wie viele unserer tausend geschossenen Bilder landen auf unserem PC, ohne dass sie jemals wieder angesehen werden? Bei der analogen Fotografie halten wir im Nachhinein eine begrenzte Auswahl an Bildern in der Hand, eine Auswahl ganz besonderer Augenblicke.

Noch Besonderer wird das Ganze natürlich, wenn man seinen belichteten Film auch noch selbst entwickelt. Das verlängert den Prozess und mach ihn noch aufregender. Durch die eigene Entwicklung habt ihr die vollste Kontrolle über eure Bilder. Diese Fotos stammen zu 100 % aus eurer Hand. Das einzig Negative: Wenn etwas schief läuft, könnt ihr das auf niemand anderes schieben.

Wir wollten schon lange unsere eigenen Filme entwickeln, doch haben leider noch keine Dunkelkammer zur Verfügung. Auch nur ein Funken Licht ruiniert den Film. Doch dank des Wechselsacks haben wir nun auch ohne Dunkelkammer die Möglichkeit, unsere Filme zu entwickeln.
Das Coole an dem Entwicklersack: Ihr könnt ihn wirklich an jedem erdenklichen Ort nutzten. Ob in der Mittagspause, ob nachmittags auf der Parkbank, ob an einem verregneten Sonntag, ob abends vorm Fernseher, oder im Bett kurz vorm Schlafengehen.

 

Der Wechselsack

Ein Wechselsack ähnelt optisch einem Pullover, nur die Halsöffnung fehlt. Dank eines lichtdichten, schwarzem Spezialgewebes, welches auch undurchlässig für Infrarotstrahlung ist, ist euer Film beim Öffnen der Dose bestens geschützt.

Zunächst muss der Fotograf ALLE nötigen Utensilien in den Sack packen, denn wenn ihr die Filmdosen geöffnet habt, muss dieser unbedingt geschlossen bleiben. Hierzu dient ein lichtdichter Reißverschluss an der unteren Seite des Wechselsacks. Vor dem Schließen sollten sich der Film, die passende Filmspirale mit Entwicklerdose, sowie eine Zange und eine Schere im Sack befinden.

Wenn sich alle Utensilien in dem Sack befinden, schließt den Reisverschluss und greift mit euren Händen durch die beiden Ärmel. Die Gummibänder der Ärmel passen sich an euren Oberarm an, so dass auch hier ja kein Licht hindurch gelangt. Die Zange benötigt ihr zum Öffnen des Films und die Schere zum Ablösen seiner Rundung. Anschließend müsst ihr den Film auf die Spirale rollen und zum Abschluss in den Tank setzen und diesen verschließen.

Es benötigt ein wenig Übung, alle die Schritte blind zu meistern. Wir empfehlen euch, den Prozess  zuvor mit einem kaputten Film bei Licht zu üben. Mit der Zeit könnt ihr das Ganze problemlos blind erledigen.

Wenn der Filmtank gut verschlossen ist, könnt ihr den Wechselsack wieder öffnen. Nun ist euer Film bereit für den Entwicklungsprozess.

Wir haben vor Kurzem unseren ersten Farbnegativfilm entwickelt, und das Ganze für euch protokolliert. Hier geht es zum passendem Beitrag.

 

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Author

Janina

Date & Time

November 2, 2017