Fotografieren mit dem Gorillapod Rig

Vorab muss ich sagen: Seit dem ich das Gorillapod Rig mein Eigen nenne, benutze ich es beinahe Täglich. Die beste Eigenschaft des Rigs ist die Vielseitigkeit der Anwendungen. Gedacht ist es ja eigentlich als Videorig um zusätzlich zur Kamera noch z.B.; ein Mikrofon und ein Licht aufzunehmen. Doch seit ich mit dem Rig arbeite, nehme ich es auch immer zum Fotografieren mit und finde immer neue Wege dieses praktische Helferlein zu nutzen.

Was ist in der Verpackung?

Nicht abgebildet: Blitzschuh- und Goproadapter

Gorillapod 5K

Die Basis des Rigs bildet das Gorillapod 5K. Es trägt Kameras bis 5 Kilogramm und lässt sich Flexibel biegen, um an Geländern, Pfosten, Bäumen, Zäunen, und anderen Orten Platz zu finden.

Joby Ballhead 5K

Der Kugelkopf ist genau auf das Gorillapod 5K ausgelegt und trägt, wie auch das 5K, maximal 5 kg. Der Kopf ist Arca Swiss kompatibel, hat eine passende Schnellwechselplatte im Lieferumfang und bietet eine Panorama-schwenk Funktion. Die Einstellräder sind mit einem angenehmen Widerstand flüssig zu Bedienen.

Rig Zubehör

Hier wird es nun wirklich interessant, denn diese Komponenten sind eine Neuheit von Joby. Zusätzlich enthalten ist:

Adapterplatte

Diese Platte nimmt das ganze Zubehör auf und ist somit das Herzstück des ganzen Rigs. Sie findet zwischen dem Stativ und dem Kugelkopf Platz und bietet neben den beiden 1/4″ Zoll Innengewinden für die Arme auch die aufnahmen für den beigelegten Gurt.

Arme

Die beiden Arme bieten mit ihren Stativgewinden Platz für allerlei Zubehör. Sie sind erstaunlich stark und halten Equipment bis ca. 400g stabil in Position. Schwereres Zubehör, wie z.B. Systemblitze können auch halten, je nach Hebelwirkung klappen diese jedoch in gestreckter Stellung schon nach kurzer Zeit nach unten. Nichtsdestotrotz ist die Vielzahl der Anwendungen für diese Arme schon erstaunlich. Weiter unten im Beitrag stehen dann noch ein Paar Anwendungsbeispiele. Auch mit an Bord sind hier zwei Adapter mit Blitzschuhaufnahme, und ein Adapter mit einem Gopro Mount. Somit sollte alles, was man als Zubehör an die Arme anschließen will, auch wirklich passen.

Gurt

Hält am Baum – mit Hilfe des Gurts

Der Gurt ist noch ein Zubehör mit einem interessanten Nutzen. Früher waren die Gorillapods auf dünnere Geländer oder Bäume beschränkt um wie der Affe am Ast zu hängen. Nun hat man dem guten Gorilla einen “Sicherheitsgurt” spendiert und jetzt schlingt sich dieser, reichen die Arme mal nicht aus, um Bäume rum um den ganzen Gestell halt zu geben. Das funktioniert auch in der Praxis sehr gut und macht einen sicheren Eindruck. Außerdem kann der Gurt auch als zusätzliche Sicherheit beim Hängebetrieb eingesetzt werden, um beim Fotografieren oder Filmen ein besseres Gefühl und mehr Stabilität zu vermitteln.

Insgesamt wiegt die ganze Konstruktion 840g und ist bis zu 43cm hoch.

 

So viel Stativ wie ich brauche

Das mag jetzt natürlich nicht auf jeden zutreffen, aber ich persönlich liebe bodennahe Aufnahmen. Vor allem am Wasser bei Langzeitbelichtungen ist die Froschperspektive sehr ästhetisch und so muss auch mein größtes Stativ die Fähigkeit besitzen, die Kamera knapp über den Boden ruhig zu halten. Natürlich ist so ein großes Stativ nicht nur schwerer als ein kleines, sondern auch sperriger und umständlicher zum Transportieren. Deswegen habe ich das  , anders als mein großes Stativ, einfach immer dabei. Nun sind endlich auch spontane Stativ-Einsätze Möglich ohne zu viel zu schleppen.

Bodennah leicht gemacht

Wo wir schon über Bodennähe reden- mit Kameras ohne Klappdisplay hat man ja oft das problem, dass man in bestimmten Aufnahmesituationen das Display nur schwer ablesen kann. Hier kommt ein Tipp meinerseits:
Viele moderne Kameras besitzen W-lan und können sich mit dem Smartphone verbinden. Jetzt das ganze noch mit einem Smartphone Halter mit Stativgewinde kombinieren und schon kann man sich den Klappdisplay quasi nachrüsten. Das Gorillapod Rig macht es einem dann, durch die flexiblen Zubehörarme, ganz leicht, den neu dazu gewonnenen externen Monitor auszurichten.

 

Makro aus der Hand leicht gemacht

Eine weitere interessante Anwendung die ich gefunden habe, ist die eines Hilfsmittels für Makroaufnahmen. Die Zubehörarme sind sogar stark genug um Systemblitze halten zu können. Das gilt zumindest für meine Blitze, für schwerere kann ich das nicht garantieren. Ausgestreckt wird die Hebelwirkung zwar zu groß für die Arme, in der Position kurz vor der Frontlinse halten diese jedoch super. Auf dem zweiten Arm kann nun noch ein Dauerlicht für die Ausleuchtung des Arbeitsbereiches platziert werden und schon stehen den spontanen Makroaufnahmen aus der Hand nichts mehr im Wege.

Tele aus der Hand leicht gemacht

Eher durch Zufall, weil das Stativ noch am Objektiv befestigt war, bin ich beim Natur fotografieren darauf gekommen, das Gorillapod als Schulterstütze zu verwenden. Das mag zwar etwas gewöhnungsbedürftig aussehen, bringt aber Stabilität beim Fotografieren aus der Hand mit Teleobjektiven. So sind längere Verschlusszeiten möglich und das “Zielen” auf entfernte Motive fällt leichter. Diese Idee ist nicht neu, denn es gab schon zu analogen Zeiten Kameras, die mit Teleobjektiv und einem gewehrähnlichen Kolben ausgestattet wahren.

Kreativität leicht gemacht

Die Überschrift ist vielleicht etwas Wagemutig denn die Kreativität sollte man schon selber mitbringen, aber eigentlich egal welchen Anwendungsbereich man sich für das Stativ ausdenkt, dieser kleine, Schwarz-Rote Gorilla macht es mit und unterstützt einen auf dem Weg zum fertigen Foto.

Fazit

Ich hab schon länger mit einem stärkeren Gorillapod für meine DSLR geliebäugelt, aber erst durch die Möglichkeit Zubehörteile und den Gurt anzubringen, habe ich mich dafür entschieden. Das Rig ist zwar nicht billig, aber der Mehrwert des Statives im Einsatz wiegt den Preis des Gorillapod Rigs auf. Wenn ich an dem Stativ Verbesserungen vornehmen könnte, würde ich mir am Kugelkopf noch eine Frixionseinstellung wünschen. Praktisch wäre es auch noch, die Zubehörarme irgendwie in der Adapterplatte arretieren zu können, da sich diese beim Verstellen der Arme gerne lösen und dann wieder festgezogen werden müssen.
Abschließend lässt sich sagen das das Gorillapod Rig ein sehr gutes Gesamtpaket darstellt, welches nicht nur im Videoalltag, sondern Gerade auch für den Fotografen ein sehr praktischer Helfer ist.

Btw. Glückwunsch wenn ihr es bis hier geschafft habt bei knapp 1000 Wörtern 😉

Das Gorillapod Rig gibt es hier im Photo Lang Onlineshop.