Der JOBO CPP-3 Processor – Selbst einen Film entwickeln

Selbst einen Film entwicklen war schon immer ein großer Traum von uns. Mit dem JOBO Processor CPP-3 haben wir nun endlich die Möglichkeit hierzu. In diesem Beitrag stellen wir euch zum einen den Processor und seine Eigenschaften vor. Außerdem berichten wir von unserer ersten Farbfilmentwicklung und den hiermit verbundenen Erfahrungen.

Der JOBO Colorprocessor CPP-3

Der JOBO Colorprocessor CPP-3 ermöglicht es euch, analoge Aufnahmen in bester Qualität zu entwickeln. Es ist eine verbesserte Version des altbewährten CPP-2. Er ist kompatibel mit allen JOBO Filmtanks und JOBO Printdrums.

Der CPP-3 verfügt über zahlreiche nützliche Funktionen. Hierzu gehören die automatische Bewegung, die automatische Temperaturkontrolle sowie eine Zeitkontrolle für die Verarbeitungsschritte. Ein zusätzlicher JOBO Lift, welcher auf dem Processor montiert wird, ermöglicht eine saubere und präzise Handhabung der Arbeitslösungen. Hierzu erklären wir später aber noch mehr.

Die Materialien werden mittels einer temperierten Rotationsentwicklung entwickelt. Diese halb automatische Einmalentwicklungs-Methode bietet höchste Genauigkeit für die Film- und Papierentwicklung und somit tolle Ergebnisse. Es kann jeder verfügbare Farb- und Schwarzweißfilm mit jeder verfügbaren Foto-Chemie verbunden werden, egal ob mit Rollfilmen, Planfilmen oder Blattware. Euch sind euch also keine Grenzen gesetzt.

Das Zubehör des Processors beinhaltet 6 Skalenflaschen à 1000 ml, 4 Mensuren à 260 ml, 1 Rollenbock mit Träger und Rollen. Der Lift, die Tanks und die Spiralen sind nur separat und auch in unserem Onlineshop erhältlich.

Entwicklungsprozess

Die Vorbereitung

Ihr müsst das belichtete Material zunächst bei völliger Dunkelheit in den passenden Tank einbringen. Bei Schwarzweißfilmen ist dies auch bei Infrarotlicht möglich. Wer wie wir keine Dunkelkammer zur Verfügung hat, kann zu einem sogenannten “Filmsack“ greifen. Hierbei ist wichtig, dass sich bereits alles in diesem Sack befindet, wenn ihr die Filmdosen öffnet – es soll ja schließlich kein Licht auf die Filme gelangen.

Vergesst hierbei Zange und eine Schere nicht. Die Zange benötigt ihr zum Öffnen der Filme und die Schere, um die Rundungen am Anfang der Filme abzutrennen. Außerdem braucht ihr natürlich den Filmtank und die passende Spriale. Auf diese müsst ihr den Film rollen und zum Abschluss in den Tank setzen und diesen verschließen. Es braucht ein wenig Übung das alles blind zu meistern. Wir empfehlen euch, den Prozess davor mit einem kaputten Film bei Licht zu üben. Mit ein wenig Übung gelingt es bald bestimmt problemlos und quasi nebenbei – also das hoffen wir zumindest ;). In dem kleinem JOBO  Tank können übrigens zwei Kleinbildfilme gleichzeitig entwickelt werden. Wir haben unser Glück mit dem Kodak Porta 160 und dem AGFA Vista Plus 200 Filmen versucht.

Nun mussten wir uns um die richtigen Chemikalien kümmern. Wir haben das Tentenal Colortec C-41 Kit genutzt. Aus diesem Set haben wir Farbentwickler, Bleichfixierbad sowie Stabilisierbad gemischt und jeweils in die beigelegten Skalenflaschen gefüllt. Die genauen Mischverhältnisse findet ihr in der Bedienungsanleitung eures Kits. Eventuell müsst ihr die Verhältnisse auf die Größe eurer Skalenfalschen umrechnen. Da fühlte ich mich ein bisschen in den damaligen Chemieunterricht zurück versetzt : Zuerst überfordert, dann ging’s.

Die Entwicklung

Jetzt kann es auch schon mit dem Entwicklungsprozess losgehen.

Der Colorprocessor sollte hierfür auf einer stabilen waagrechten Fläche stehen und mit Leitungswasser gefüllt sein. Während des Mischens haben wir den Processor schon mal auf 38°C vorgeheizt, denn das dauert insgesamt sieben Minuten. Hat das Bad die gewünschte Temperatur erreicht, wird es automatisch auf dieser gehalten.

Die fertig gemischten Lösungen sollten nun in den Skalenflaschen der Reihe nach in dem Wassermantelbad am Rande des Prozessors bereitstehen.

Der Jobo Processor CPP-3  ist sehr schlau. Der eingebaute Prozesstimer ist auf die Standardwerte für E-6/C-41 und S/W Filme programmiert und kann außerdem auf individuelle Rezepturen abgestimmt werden. Es sind insgesamt 32 verschiedene Prozesse möglich. Wir haben unsere Filme mit dem C-41 Prozess entwickelt.

Wenn ihr einen Prozessvorgang gewählt habt, informiert euch ein LED Bildschirm, welche Chemikalien ihr wann und wie lange einsetzten müsst. Der Timer kontrolliert die Verarbeitungsschritte und meldet sich akustisch, sobald die Arbeitslösungen ausgetauscht werden müssen. Das ermöglicht euch höchste Genauigkeit bei eurem Entwicklungsprozess. Und ihr müsst euch keine Sorgen machen, dass ihr den richtigen Zeitpunkt verpasst.

Mithilfe eines magnetischen Antriebs wird der Filmtank an den Motor angekoppelt und kann somit in dem Wasserbad rotieren. Die Lösungen werden durch den Trichter des Lifts eingegossen. Der Tank wird hierbei durch einfaches Betätigen eines Hebels in Schräglage gebracht, um die Rotation zu stoppen. Auf diese Art und Weise können Arbeitszeiten präzise eingehalten werden. Außerdem erfolgt die Überspülung der Bildfläche schneller und gleichmäßiger. Für diesen Liftbetrieb brauchen die Tanks einen Zahnkranz am Deckel. Nach Gebrauch müsst ihr die eingesetzten Arbeitslösungen ausgießen oder separat auffangen. Wir haben hierfür einen Eimer genutzt.

Das letzte Stabilisierungsbad haben wir außerhalb des Processors mit einem Schlauch im Waschbecken ausgeführt.

Das Ergebnis

Beim Öffnen des Tanks waren wir ziemlich gespannt, ob unserer erster Entwicklungsversuch geglückt ist. Die Antwort ist jein. Der ISO 200 Film ist bis auf einige der letzten Aufnahmen geglückt, der ISO 160 Film ist wohl leider nicht für diesen Entwicklungsprozess geeignet.

Nun fehlt uns noch der passende Scanner, um unsere entwickelten Negative in digitale Positive umzuwandeln. Aber der wird noch folgen, keine Angst :D.

Unser Fazit: Seine Filme selbst zu entwickeln macht total Spaß und der JOBO Processor führt einen Schritt für Schritt verständlich durch den Process. Wir können es kaum erwarten es mit einem anderen Film und einem anderen Verfahren zu probieren. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden.

In diesem Video von JOBO  könnt ihr euch noch einen bildlichen Eindruck von dem Prozessor und den Entwicklungsprozess machen. In diesem Sinne wünschen wir euch viel Spaß bei der Entwicklung.

Und hier findet ihr weitere Beiträge über die analoge Fotografie.

 

 

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Author

Janina

Date & Time

Oktober 13, 2017

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