Die Welt der analogen Fotografie

Die analoge Fotografie ist ein vollkommenes, weißes Blatt für mich. Ich fotografiere zwar schon mehrere Jahre, jedoch ausschließlich digital.

Nun würde ich mich auch gerne mit der analogen Fotografie beschäftigen und Euch dabei mitnehmen. Ich werde mich Stück für Stück in die analoge Fotografie einarbeiten und meine Erfahrungen und Erkenntnisse hier auf dem Blog teilen –“learning by doing“

Die Geschichte

Tauchen wir zunächst ein wenig in die Geschichte der analogen Fotografie ein:

Die ersten Rollfilme der analogen Fotografie wurden im Jahre 1888 zum ersten Mal industriell erstellt. Diese machten es, im Gegensatz zu den zuvor genutzten Falt- und Galgenkameras, möglich, mehrere Fotos hintereinander zu schießen. Außerdem musste der Fotograf den Prozess des Entwickelns und Abziehens seiner Fotografien von nun an nicht zwingend selbst übernehmen. Mit der Entwicklung des Rollfilmes wurde die Fotografie immer beliebter.

Der Erste Weltkrieg verzögerte die Weiterentwicklung der Rollfilme und so erstand erst in den 1920’er Jahren die erste Leica-Kamera – eine Sucherkamera mit einem Objektiv von 50 mm Brennweite. In den 1950’er Jahren erschien zusätzlich die Spiegelreflexkamera auf dem Markt.  Hier wird der Lichteintritt im Sucher gespiegelt,wodurch der Fotograf genau sehen kann, was sein Bild später abbilden wird. Den ersten Farbfilm gab es im Jahre 1936.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts nahm die Bedeutung von Technik zu, und ab 1963 entstand die vollelektronische Kamera mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten von Blende, Verschlusszeit und Schärfe. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts kam es zur Digitalisierung der Fotografie. Von nun an war es möglich, das Bild direkt auf einem internen Bildschirm zu betrachten oder sogar zu löschen. Außerdem wird es durch Speicherkarten möglich, nahezu unbegrenzt Bilder zu schießen.

Analoge Fotografie heute

Doch warum wenden sich heutzutage viele Fotografen wieder der analogen Fotografie zu, wenn uns die Digitalisierung doch so vieles erleichtert?

Die analoge Fotografie “dauert länger“. Ihre Kunst liegt darin, sich Zeit zu nehmen. Das mag im ersten Moment nicht nach einem Vorteil klingen, doch einige Fotografen genießen diese “Entschleunigung“ der Fotografie, denn unsere heutige Gesellschaft ist schnelllebig und verschwenderisch. Die Bilder sind nicht unmittelbar nach dem Auslösen verfügbar und man muss bis zu mehrere Wochen auf sein Ergebnis warten. Das ist spannend und erzeugt den nötigen Nervenkitzel. Während bei der digitalen Fotografie die unzählig geschossenen Bilder nach dem Ansehen schnell in Vergessenheit geraten, wird man bei der analogen Fotografie noch im Nachhinein an einzelne Momente seines Lebens erinnert.

Außerdem sind Bildkomposition und Perspektive schon im Voraus zu überlegen, denn die Zahl an Bildern ist begrenzt und das Bild kann nicht mehr vom Film gelöscht werden. Das Foto muss sozusagen “klappen“. Der Umgang mit dem Motiv wird somit gewissenhafter und man entwickelt ein Auge für das Detail. Hierdurch entwickelt sich auch schnell ein Gefühl für die Kameraeinstellungen, da man stärker auf diese angewiesen ist. Jedes Bild wird einzigartig.

Falls ein Fotograf seine Filme sogar selbst entwickelt, ist er bei der gesamten Entstehung seines Fotos live dabei. Die Fotografie wird so zu einem einzigartigen Erlebnis.

Die analoge Fotografie hat mit ihrem “Retro-Look“ auch einfach einen gewissen Charme. So übernehmen zum Beispiel zahlreiche Fotoapps für das Smartphone Analogfilter, welche sehr beliebt sind – “oldschool“ wird wieder cool.

Jedoch produziert kaum ein Hersteller heutzutage noch Analogkameras. Falls man auf der Suche nach einer analogen Kamera ist, kann man aber zu gebrauchten Objekten greifen. Fündig wird man hierbei zum Beispiel bei einem Fotohändler, auf Flohmärkten oder in unzähligen Onlineshops.

Die passende Kamera

Ich werde zusammen mit der Nikon FM2 in die Welt der analogen Fotografie eintauchen. Die FM2 ist eine vollmechanische Spiegelreflexkamera mit Belichtungsmesser. Die Kamera weist also im Sucher auf eine Über- oder Unterbelichtung hin, Verschlusszeit und Blende werden allerdings bei jedem Foto per Hand eingestellt. Die kürzeste Verschlusszeit beträgt 1/4000 Sek, die größtmögliche Blendeneinstellung liegt bei 1.4.

Der Belichtungsmesser ist der einzige elektronische Bestandteil der FM2, auf Automatikprogramme und Individualeinstellungen wird gänzlich verzichtet. Die Einstellungsmöglichkeiten sind auf das Wichtigste beschränkt. Dank eines Gehäuses aus Aluminum-Legierung ist die Kamera sehr robust.

Die FM2 kam im Jahre 1982 auf den Markt. Sie wurde bewusst auf eine mechanische Zuverlässigkeit hin konstruiert – in einer Zeit, in der die Elektrisierung immer mehr an Bedeutung gewann. Sie wurde ganze 18 Jahre mit nur leichten Modifikationen produziert, was für die Beliebtheit des Modells spricht. Die FM Kameras von Nikon waren zusammen mit den M-Modellen von Leica die letzten hochwertigen mechanischen Kameras, die in Serie angefertigt wurden.

In den folgenden Wochen werde ich mich in verschiedenen Beiträgen mit den verschieden Möglichkeiten der analogen Fotografie beschäftigen – vom Schwarz-Weiß-Film bis zum Sofortbild.

Was haltet ihr von der analogen Fotografie? Ist sie im Digitalen Zeitalter schlichtweg überflüssig oder könnt Ihr den mit Ihr verbundenen Reiz nachvollziehen?

Ich freue mich über Eure Kommentare! 🙂

Die Welt der analogen Fotografie:

 

Quellen: planet-wissen.depixolum.comprophoto-online.de , www.mittenkontakt.de , www.holger.ch

 

Please follow and like us:
RSS
Follow by Email
Facebook
Facebook
GOOGLE
PINTEREST
INSTAGRAM

Categories

Author

Janina

Date & Time

November 14, 2016

Wir freuen uns, wenn du diesen Beitrag teilst :)

RSS
Follow by Email
Facebook
Facebook
GOOGLE
PINTEREST
INSTAGRAM