Janina Dezember 8, 2016

Ich habe die Unterschiede der verschieden Filmtypen bereits in dem Post über die Schwarzweiß Fotografie angerissen. Im heutigen Beitrag würde ich euch diese Unterschiede gerne ein wenig näher bringen, denn obwohl das Angebot zurück gegangen ist, gibt es heutzutage trotzdem noch eine große Auswahl an verschiedenen Filmen. Jeder Fotograf bevorzugt bestimmte Filmtypen, denn jeder Film hat bestimmte Abbildungseigenschaften und bestimmt somit den Look der Bilder.

Während wir heute einfach unsere Speicherkarte einsetzen und den Fotos später mit Bearbeitungsprogrammen wie Photoshop unseren eigenen Stempel geben können, beginnt der kreative Prozess bei der analogen Fotografie schon mit der Auswahl des Filmes.

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Beginnen wir zunächst mit dem Filmformat. Dieses ist abhängig von der genutzen Kamera. Im Folgenden werden die wohl drei Geläufigsten aufgezählt.

Das am häufigsten genutzte Format ist das Kleinbildformart, welches auch als “135er“ bezeichnet wird . Die genutzte Kamera kann hier sehr klein sein und trotzdem ist eine qualitativ hochwertige Vergrößerung möglich.

Ein weiteres Format ist das Mittelformat, auch Filmtyp 120 genannt. Bei Mittelformaten bestehen die Rückseiten aus Papier und liefern eine viermal so große Auflösung als Kleinbildformate.

Das Großformat gibt es in verschieden Größen. Das hierbei gängigste Format ist das 4×5 Inch. Filme im Großformat werden in Fachkameras verwendet. Diese sind zwar teuer, unhandlich und schwer, bieten im Gegenzug jedoch eine unschlagbare Qualität.

Mittelformate und Großformate können problemlos auf Postergröße vergrößert werden.Ein Filmhersteller sollte einen bestimmten Film möglichst in allen drei Formaten anbieten, damit dieser mit jeder Kamera genutzt werden kann.

Ein Film lässt sich außerdem in Schwarzweißfilme (Negativ), Farbnegative oder Diafilme unterschieden. Zu diesen einzelnen Typen erscheint jeweils ein eigener Beitrag, weshalb ich in diesem Beitrag nicht näher darauf eingehen werde.

Schwarz Weiß Filme lassen sich außerdem noch in ihre Emulsionstypen aufteilen. Emulsionen sind lichtempfindliche Schichte auf dem Filmträger. Klassische Emulsionen sind die regulären Emulisonen, welche schon seit vielen Jahren bestehen und den fertigen Fotos einen klassischen, analogen Look schenken. Moderne Emulsionen werden heutzutage zusätzlich angeboten und liefern sehr feinkörnige und scharfe Bilder.

Kommen wir nun zu den wichtigsten drei Punkten zum Unterscheiden der Filme. Hierzu zählen die Empfindlichkeit, die Körnigkeit und der Belichtungsspielraum. Jeder Film besitzt entweder ein oder maximal zwei dieser Eigenschaften, keiner kann alle drei beherrschen.

Eine weitere Charakteristik ist die Filmempfindlichkeit. Jeder Film besitzt eine unveränderliche Filmempfindlichkeit. Die Filmempfindlichkeit wird im Deutschen als ASA bezeichnet, doch ist heutzutage eher unter dem Begriff ISO bekannt. Der ISO Wert eines analogen Films lässt sich mit dem ISO Wert einer digitalen Kamera gleichsetzen, doch bei einer digitalen Kamera lässt dieser sich nach jedem Mal Auslösen ändern.

Eine analoge Kamera kann Filme mit verschiedenen ISO Werten nutzen. Mit einem ISO-Wahlrad wird ein eingebauter Belichtungsmesser für die jeweilige Empfindlichkeit des eingesetzten Filmes kalibriert. Die Empfindlichkeit der analogen Filmtypen liegt in der Regel zwischen 100 und 3200 ISO.

iso

Je empfindlicher ein Film desto höher ist sein ISO Wert und desto weniger Licht ist notwendig. Wer also eher bei schwächeren Lichtverhältnissen fotografiert oder Bewegungen einfrieren will, sollte zu Filmtypen mit höherem ISO Wert greifen.

Die Detailgenauigkeit und die Intensität der Farben sinkt mit höherer Empfindlichkeit. Filmtypen mit geringer Empfindlichkeit wie z.B 100 ISO haben ein kaum ausgeprägtes Korn und haben somit eine höhere Auflösung als ein Film mit höherer Empfindlichkeit.

Das leitet direkt weiter zu unserem nächsten Punkt: Das Filmkorn. Das Filmkorn ist ein Markenzeichen der analogen Fotografie, denn während die Digitalfotografie ein meist pixelfreies Bild liefert, bildet sich bei dem analogen Bild ein mehr oder weniger ausgeprägtes Korn ab. Das Korn geht wie bereits erwähnt mit der Empfindlichkeit einher – je höher der ISO Wert, desto grober wird das Korn. Viele Fotografen nutzen aber gerade dieses Korn bewusst.  Besonders verbreitet ist das grobe Korn in der Porträt oder Landschaftsfotografie.

Schwarzweiß Analog

Dieses Bild ist mit einem Film mit dem ISO Wert 400 aufgenommen worden und bildet somit ein eher mittelstarkees Korn ab. Besonders im Himmel sind die Pixel gut zu erkennen.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist der Belichtungsspielraum eines Films. Man spricht hier auch vom Kontrastumfang, welcher beschreibt, wie detailliert verschiedene Lichtverhältnisse abgebildet werden können.  So können bei Filmen mit hohem Kontrastumfang dunkle Bereiche sowie grelles Licht gleichermaßen detailliert abgebildet werden.Je empfindlicher ein Film, desto größer ist der Belichtungsspielraum und desto geringer ist im Gegenzug die Auflösung.

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag die verschiedenen Filmtypen ein wenig näher bringen damit ihr von nun an wisst, was ihr bei der Auswahl beachten solltet.

Übrigens haben wir auf Flickr eine Gruppe für analoge Schwarzweiß Fotos eingerichtet, und würden uns sehr freuen, wenn ihr dort unsere Fotos und Erfahrungen mit uns teilt.

 

Quellen: analoge-fotografie.netfotolehrgang.de , lomography.de