Die Welt der analogen Fotografie | Die Crossentwicklung

Habt ihr schon mal von der sogenannten Crossentwicklung gehört?

Ich wollte das schon so lange mal ausprobieren, und da schon länger kein Beitrag über die analoge Fotografie online kam, schien der Zeitpunkt perfekt.

 

Was bedeutet Crossentwicklung?

Mit der Corssentwicklung, beziehungsweise Cross Prozessing oder X Pro ist eine Umkehrentwicklung gemeint. Das heißt, dass ein Farbnegativfilm mit der Chemie eines Farbdiafilmes entwickelt wird und umgekehrt. Für das Negativ nutzt man folglich den E6-Prozess und für den Farbdiafilm den C-41. Bei diesen unterschiedlichen Prozessen handelt es sich um maschinelle Vorgänge, welche sich in Chemie, Temperatur und Entwicklungszeit unterscheiden.

Dieser gewollte falsche Prozess führt dazu, dass Mitteltöne verloren gehen oder nur stark abgeschwächt dargestellt werden. Deswegen kommt es zu Farbverschiebungen – die Töne werden knalliger. Oft weisen die belichteten Bilder auch ein grobes Korn oder leichte Unschärfe auf. Die Ergebnisse weichen von Film zu Film ab (abhängig von Filmart, Hersteller und ISO Wert).

Negativfilme zeichnen sich besonders durch weiche Kontraste im Orangeton aus. Hier ist die Wirkung nicht ganz zu beeindruckend. Diafilme haben einen geringeren Belichtungsspielraum als Negative, weil sie auf Diaprojektionen ausgelegt sind. Folglich entsteht ein sehr kontrastreiches Negativ, in eher kalten Blautönen. Manchmal werden die Fotos aber auch grün oder pink.

Viele Fotografen nutzen die  Crossentwicklung mit Diafilmen bewusst, um Bilder im surrealen Stil zu erreichen. Denn mit Hilfe von Cross Prozessing erscheint selbst langweiliges Bildmaterial irgendwie spektakulär und mystisch.

 

Was muss bei der Crossentwicklung beachtet werden?

Eine Crossentwicklung ist grundsätzlich überall möglich, wo eine C-41 beziehungsweise eben eine E-6 Entwicklung möglich ist. Ihr solltet diese aber unbedingt explizit bei eurem gewählten Fotolabor oder Drogeriemarkt angeben, damit der Film nicht ausversehen in seinen regulären Entwicklungsprozess rutscht. Viele Labore führen die Crossentwicklungen ganz separat von den gewöhnlichen Entwicklungsträgern aus. Wenn ihr sowohl den Film als auch den Umschlag dem entsprechend markiert, kann eigentlich nichts schief gehe.

Korrekt belichtete Aufnahmen enthält man bei der Crossentwicklung, wenn man bei der Aufnahme um drei bis vier Stufen überbelichtet. Eine genaue Angabe ist leider unmöglich, da jeder Filmtyp anders auf die umgekehrte Entwicklung reagiert.

Ihr könnt die Crossentwicklung übrigens auch in der digitalen Fotografie simulieren. Bildberarbeitungsprogramme wie Gimp oder Adobe Photoshop lassen einen solchen Effekt durch die Veränderung der Farbwert- und Sättigungskurve zu. Hierbei könnt ihr sogar entscheiden, wie stark der Effekt ausfallen soll.

 

Meine Ergebnisse

Ich habe das Ganze mit den Afga Precisa CT 100 Diafilm ausgetestet, um möglichst starke Effekte zu erreichen. Ich habe beim Fotografieren jedes Mal etwa drei Stufen überbelichtet und korrekt belichtete Fotos als Ergebnis. Auch die starke Körnigkeit kommt in meinen Fotos stark zur Geltung und die Originalfarben weichen ab. Allerdings hätte ich mir stärkere Kontraste erwartet. Ich werde das Ganze wohl noch mal mit einem anderen Diafilm austesten.

Hier geht es zu weiteren Beiträgen über die analoge Fotografie.

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Author

Janina

Date & Time

Januar 29, 2018