Die Welt der analogen Fotografie | Der Diafilm

Der Diafilm wird auch Positivfilm oder Umkehrfilm genannt. Sie stellen die Bilder in deren natürlichen Farben und nicht mehr spiegelverkehrt da. Der Diafilm bildet das Motiv also im Gegensatz zum Negativfilm naturgetreu ab. Er produziert kein Negativbild mehr,  sondern ein sogenanntes Positivbild. Die Dias sind bereits das Endprodukt und es ist kein Zwischenprodukt (das Negativ) mehr notwenig.

Die Umkehrfilme können auf einem Leuchttisch direkt betrachtet werden. Die Farbgebung und die Qualität verschiedener Bilder sind hier sofort vergleichbar. Das war vor Zeiten der digitalen Fotografie besonders bei Shootings sehr hilfreich, denn Negativfilme konnten erst nach deren Entwicklung auf Fotopapier verglichen werden.

Umkehrfilme ergeben Transparentfilme, welche sich, mithilfe eines Betrachtungsgeräts, für die Projektion an Leinwände oder Mattscheiben eignen. Mit der Jahrhundertwende begann die massenhafte Verbreitung der Digitalfotografie. Diese ermöglicht es, die Fotos auf komfortable Art und Weise am Bildschirm zu betrachten und als selbstständig ablaufende Bildfolge abzuspielen. Diese Art der Präsentation wird bis heute noch Diashow genannt. Den Namen verdankt diese dem Farbdiafilm.

Dias können nicht nur projiziert werden, sie können auch auf Papierabzüge vergrößert werden. Zu den Grundeigenschaften des Farbdias gehören ein starker Kontrast und eine hohe Farbsättigung. Allerdings kann der hohe Kontrastumfang dieses Filmtyps nur eingeschränkt auf dem Papier wiedergegeben werden.

Schwarz-Weiß-Filme sind bei den Diafilmen eher unüblich.

Eastman Kodak führte im Jahre 1924 zunächst einen Diafilm als 16 mm-Amateurfilmformat ein, später war er auch in 8 mm und Super-8 erhältlich.

Besonders Avantgarde-Filmemacher und Nachrichtensendungen nutzen die Filme aus Kostengründen. Umkehrfilme sind zudem viel unempfindlicher am Schneidetisch. Kratzer können folglich meist vermieden werden.

Farbdiafilme sind Mehrschichtfilme und haben denselben Schichtaufbau wie Negativfilme: Blaues Licht belichtet die obere Schicht, grünes Licht die Mittlere und rotes die Untere. Die Farben entstehen wie bei den Farbnegativen bei der Verarbeitung über Farbkuppler.

Die Diafilme sind als Mehrschichtfilme aufgebaut. Die Farbstoffe entstehen über Farbkuppler, welche sich in den lichtempfindlichen Schichten befinden. Der Prozess der Entwicklung nennt sich E-6 Prozess. Diafilme können allerdings auch cross, also im C-41 Prozess entwickelt werden.

Charakteristisch für crossentwickelte Filme sind knallige Farben sowie ein grobes Korn. Werden Diafilme cross-entwickelt, entsteht ein relativ kontrastreiches Negativ. Viele Fotografen nutzen die Cross-Entwicklung von Diafilmen als bewusstes Stilmittel um blaugrünlich und kühle Bilder zu erreichen, die fast ein wenig unrealistisch wirken. Je nach Film können die Ergebnisse abweichen und sind schwer hervorzusehen. Die Crossentwicklung kann in der Regel von jedem Filmlabor durchgeführt werden, welches Negativfilme entwickelt, jedoch sollte der Fotograf ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Film cross entwickelt wird.

Will man seinen Diafilm cross entwickeln, sollte man beim Fotografieren auf die richtige Entwicklung achten: Um bei den fertig entwickelten Bildern korrekt belichtete Aufnahmen zu erhalten, sollte man den Film bei der Aufnahme um eine bis drei Stufen überbelichten.

Umgekehrt können Negative im Labor zu Farbdiafilmen umgewandelt werden und schließlich projiziert werden. Dies ist allerdings sehr aufwendig und kostspielig.

Ich habe mit dem Agfa Photo CT Precisa fotografiert. Der Film liefert bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 100 insgesamt 36 Bilder. Die fertigen Bilder sollen, wie der Name Precisa schon verspricht, eine präzise Farbgebung haben. Außerdem liefert er wohl gestochen scharfe Konturen in sämtlichen Helligkeitsstufen und eignet sich ideal für Tageslichtaufnahmen bei Sonne und wolkenlosen Himmel. Hierbei liefert er leuchtend reine Farben, extreme Schärfe und Feinkörnigkeit. Doch auch im Schattenbereich sollen die Motive detailgetreu abgebildet werden.

Da ich testen wollte, ob der Film wirklich das hält, was er verspricht, habe ich mich in diesem Fall für die herkömmliche E-6 Dia-Entwicklung entschieden. Jedoch reizt mich die Cross-Entwicklung sehr und ich werde diese bestimmt auch noch testen.

Im Drogeriemarkt war ich diesmal ein wenig überfordert. Bei der Diafilmentwicklung konnte ich nämlich weder zusätzliche Abzüge oder eine Foto-CD wählen. Nur einzelne Dias nutzten mir leider relativ wenig, denn ich habe kein Projektor zur Verfügung und will Euch schließlich die Fotos hier auf dem Blog zeigen. Einen Dia Scanner habe ich auch nicht. Die Verkäuferin erklärt mir, dass es möglich ist, einen zusätzlichen Abzug von jedem Bild zu bekommen. Eine Foto-CD lässt sich im ersten Schritt leider nicht mit anfertigen, hierzu müsste ich nach dem ersten Auftrag meine entwickelten Dias erneut einschicken. Ich entscheide mich dazu, die Abzüge mit zu ordern und die fertigen Bilder daheim selbst zu scannen, um Kosten und Zeit zu sparen.

Das Ergebnis

Ich habe diesmal mit der Canon Eos 500 fotografiert. Diese ist ein etwas neueres Modell als die Nikon FM2 und hat schon verschiedene Belichtungsprogramme zur Auswahl. Ich habe in der Zeitautomatik fotografiert, also nur die Blendenwerte selbst bestimmt. Tagsüber liefert der Film wie oben beschrieben wirklich tolle Farben. Außerdem haben die Fotos einen tollen Vintage Look, was mir persönlich sehr gut gefällt. Die Bilder sind übrigens in Passau, Filzmoos und Hamburg entstanden.

Doch zu späterer Stunde sind die Bilder oft zu dunkel geraten. Im manuellen Modus mit den anderen beiden Filmen ist mir das seltener passiert. Allerdings habe ich hinterher auch erfahren, dass die Belichtung eines Postivfilms exakt positiv eingestellt werden muss. Bei einem Negativfilm sind leichte Belichtungsfehler nach dem Entwickeln meist nicht mehr zu erkennen, der Diafilm verzeiht das nicht so leicht. Beim nächsten Mal mit Diafilm im Gepäck werde ich mich nicht mehr so stark auf meine Kamera verlassen.

Durch einen Projektor konnte ich meine Dias leider noch nicht betrachten, denn anscheinend wirken sie hier durch den abgedunkelten Raum nicht mehr zu dunkel. Außerdem soll die Farbgebung, wie oben erwähnt, hier besser erhalten bleiben.

Fazit

Ich konnte in den letzten Monaten viele Erfahrungen mit den verschiedenen analogen Filmen sammeln. Ich würde in Zukunft eher zu Negativfilmen als zu Diafilmen greifen. Zweitere sind für eine analoge Dia Show bestimmt bestens geeignet. Doch ich benötige meine Bilder eher als Abzug zum Aufhängen oder als Foto CD zum Abspeichern und hierfür eignen sich die Negativfilme einfach besser. So musste ich Dias entwickeln, die ich noch nicht nutzen konnte. Die Foto-Spezialistin meinte auch zu mir, dass Dias nur noch sehr selten bei Ihnen abgegeben werden.

Natürlich haben wir auch diesmal eine Flickr Gruppe für Euch erstellt. Wir freuen uns hier sehr über Eure Diafilm-Fotos.

Falls euch etwas in diesem Beitrag verwundert hat, wir haben eine tolle Facebook-Verlosung gestartet …

filmlexikon.uni-kiel.de; wikipedia.org; techniklexikon.net; elmar-baumann.de; diafix.de

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Author

Janina

Date & Time

April 10, 2017

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