Das Tamron SP 15-30 mm F 2.8 Weitwinkel im Test

Das Tamron SP 15-30 mm F 2.8 Ultraweitwinkel ist das bisher erste Weitwinkel Objektiv von Tamron. Das “SP“ steht für “Super Performance“. Hiermit beschreibt Tamron die Hochleistungsklasse ihrer Objektive.

Weitwinkel Objektiv

Starten wir kurz mit einer kleinen Definition von Weitwinkel Objektiven: Mit diesem habt ihr einen größeren Blickwinkel als mit Normalobjektiven. Dieser ist sogar größer als die perspektivische Wahrnehmung unseres Auges. Die entspricht nämlich etwa dem Blickwinkel eines Normalobjektivs, also circa 40 – 50°. Ein Weitwinkel Objektiv nimmt also mehr von der Umgebung auf.  Alle Objektive mit einer Brennweite unter 50 mm werden als Weitwinkel bezeichnet. Kürzere Brennweite sorgen für den größeren Blickwinkel. Dieser reicht bis zu 180°, hier spricht man dann von einem Fisheye-Objektiv.  Weitwinkel verkleinern den Bildmaßstab, weit entfernte Gegenstände werden folglich kleiner abgebildet. Weitwinkelobjektive werden deshalb  gerne in der Architektur- oder Landschaftsfotografie eingesetzt.

Durch Weitwinkeloptiken kommt es wie bereits oben erwähnt zu perspektivischen Verzerrungen. Außerdem wird die Schärfentiefe stark erhöht, weshalb man nur selten mit Selektiver Schärfe arbeiten kann. Diese beiden Einflüsse sorgen oft für eine große Tiefenwirkung in den Bildern. Doch das Tamron SP beugt einiger dieser Effekte vor.  Im Folgenden wollen wir euch dessen Eigenschaften etwas näher bringen.

Allgemeines

Das Objektiv bietet einem Brennweitenberreich von 15 mm bis 30 mm. Es ist das bisher erste Zoom Objektiv, welches diesen mit einer durchgehenden Blende von F/2.8 und einer Bildstabilisation kombiniert. Die kürzeste Einstellungsentfernung des Objektiv beträgt 0,28 m. Der maximale Abbildungsmaßstab liegt bei 1:5. Das Objektiv wiegt 1100 g. Seine Abmessung beträgt 9,84 x 14,5 x 7 cm.
Die Objektivkonstruktion ist Spritzwasser geschützt und kann somit auch für Outdoor-Fotografien verwendet werden.
Übrigens gibt es das Objektiv sowohl mit Canon EF als auch mit Nikon FX Anschluss.

XGM-Linsenelement

Ein einzigartiges XGM-Linsenelement (eXpanded Glass Molded Aspherical) ermöglicht eine exzellente Abbildungsleistung. Das Linsenelement ist mit seinem große Durchmesser das erste Element in einer Gruppe verschiedener Linsen. Das optische Design besitzt insgesamt 18 Elemente in 13 Gruppen. Diese Kombination reduziert Verzerrungen sowie chromatische Aberrationen (Abweichungen) effektiv und erhöht die Bildschärfe. Das XGM-Element besitzt eine größere asphärische Oberfläche als die vorigen Pressgläser.

Fluor-Beschichtung

Wegen des Durchmessers und der konvexen Form der Linse, ist die Verwendung eines Filters nicht möglich. Doch eine schmutz- und feuchtigkeitsabweisende Flour-Beschichtung schützt die Linse effektiv vor Verschmutzungen und erleichtert außerdem die Reinigung.

eBAND – und BBAR-Beschichtung

Die von Tamron entwickelte Extended Bandwidth & Angular-Dependency Nanobeschichtung vermeidet unerwünschte Reflexionen. Die Broad-Band Anti-Reflection wurde speziell für den Einsatz auf Ulra-Weitwinkel-Linsen optimiert. Im Zusammenspiel sorgen diese beiden Techniken für eine deutliche Reduktion von Reflexen und Artefakten in den Bildern.  Deswegen zeichnen sich die Fotos durch eine außergewöhnliche Klarheit und Schärfe aus.

VC-Bildstabilisator

Der Vibration-Compensation Stabilisator sorgt für perfekte Bilder in allen Situationen. Somit könnt ihr auch ohne Stativ tolle Aufnahmen mit längeren Belichtungszeiten in schlechteren Lichtverhältnissen erreichen.

Unschärfeeffekte 

Die große Blende von F/2.8 sorgt für weiche Vorder- und Hintergründe. Durch den Unschärfe-effekt des Hintergrunds kann man das Motiv noch besser hervorheben. Dank der kürzesten Einstellungsentfernung von 28 cm könnt ihr tolle und ungewöhnliche Makro-Aufnahmen erzielen.

Tipps für das Fotografieren mit einem Weitwinkel

Auf einem Foto mit Weitwinkel-Objektiv ist immer “vieles“ drauf. Bei Außenaufnahmen nimmt der Himmel folglich oft einen großen Teil des Bildes ein. Deswegen muss umso stärker auf die richtige Belichtung geachtet werden, um Unterbelichtungen im Vordergrund zu vermeiden.

Die Kamera sollte immer im Lot auf das gewünschte Objekt gerichtet sein, wenn ihr den Effekt von Verzerrungen vermeiden wollt. Diese sogenannten “stürzenden Linien“ können aber natürlich auch ihren Charme haben. Diese erreicht man, idem die Kamera nach oben oder unten geschwenkt wird. Allerdings treten Verzerrungen bei dem Modell von Tamron wirklich nur selten auf.

Bei Landschaftsaufnahmen eignet sich immer eine kleine Blende (=große Blendenzahl), damit das Bild sowohl vorne als auch hinten scharf abgebildet wird.

Um etwas Leben und  Tiefe in dein Bild zu bekommen, sollte sich im Vordergrund deines Bildes immer irgendein “Eyecatcher“ befinden. Ob das nun ein Stein, ein Baum, ein Zweig oder etwas ganz anderes ist, bleibt allein dir überlassen. Aber übertreib hierbei nicht, denn wenn sich zu viele Dinge im Vordergrund befinden, wirkt das Bild schnell unruhig. Konzentriere dich lieber auf ein zentrales Objekt. Lasse dir für deine perfekte Komposition auch ruhig ein bisschen Zeit.

Wenn du Personen mit dem Weitwinkelobjektiv ablichten willst, solltest du diese in der Mitte deines Bildes zu platzieren, damit diese nicht verzehrt werden. Denn Verzehrrungen entstehen immer am Bildrand.

Mit Weitwinkel-Objektiven kannst du lange aus der Hand fotografieren, ohne verwackelte Fotos als Resultat zu haben. Zur späteren Stunde und für Langzeitbelichtungen solltest du aber schon zu einem Stativ greifen.

Meine Erfahrungen

Ich habe das Tamron Ultraweitwinkel für euch ausgetestet. Vorneweg: Dieses Objektiv ist nichts für Schwache – es ist ziemlich groß und schwer. Ich bin ziemlich klein und muss mit diesem überdimensionalen Objektiv wohl auch ein bisschen lustig ausgesehen haben. Ich habe es mit nach Linz genommen und hatte mein Muskeltraining an diesem Tag inklusive. Doch beim Fotografieren vergisst man diesen Aufwand.

Ich muss dazu sagen, ich hab zuvor noch nie mit einem Weitwinkelobjektiv fotografiert und kann dem entsprechend nur ziemlich einseitig argumentieren.

Erst mal ganz allgemein zur Wietwinkelfotografie: Ich fand es schon begeisternd, wie viel ich auf mein Motiv packen konnte, ohne mich dabei großartig zu bewegen. Ich konnte meine Eindrücke von Linz sehr gut festhalten, weil der Betrachter meines Bildes einfach einen Eindruck von der Umgebung bekommt. Ich finde mit Standardobjektiven geht dieser Gesamteindruck oft verloren. Ich habe meistens mit einer Brennweite um die 20 mm fotografiert, 15 mm habe ich wirklich nur dann genutzt wenn ich quasi alles auf meinem Bild haben wollte.  Das Problem, das etwas Essentielles nicht mehr auf mein Bild gepasst hat, hatte ich eigentlich nie. Ich kann jedem, der genau wie ich noch nie ein Weitwinkel in der Hand hat, das mal auszuprobieren, denn es macht wirklich Spaß.

Ich finde auch, das Objektiv hält seine Versprechungen. Mit Verzerrungen hatte ich so gut wie gar nicht zu kämpfen. Die entstanden eigentlich nur, wenn ich in extremer Schräge von unten nach oben fotografiert habe. Und auf diesen Bildern haben sie meiner Meinung sogar das gewisse Etwas. Mit unschönen Reflexionen oder Abweichungen hatte ich in meinen Bilder nicht zu kämpfen. Den Unschärfeeffekt konnte ich auf dem Bild mit der großen Paella-Pfanne für mein Bild nutzen.Auch zum Abend hin konnte ich noch tolle, unverwackelte Fotos machen. Allgemein bin ich mit der Qualität meiner Fotos sehr zufrieden.

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Author

Janina

Date & Time

Juni 29, 2017

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