Das Lomography Daguerreotype Achromat im Test

Back to the roots – für das Daguerreotype Achromat hat sich Lomography an dem ersten fotografischen Objektiv inspiriert.

Die Geschichte

Das erste fotografische Objektiv war eine Erfindung von Charles Chevalier. Er schloss sich mit Louis Mandé Daquerre zusammen um ihr Wissen zu vereinen. Er konstruierte im Jahre 1839 das passende Objektiv für  Daguerreotypie Kamera. Kamera und Objektiv leitenden zusammen die praktische Fotografie ein. Mit Ihnen wurde im selben Jahr am Boulevard du Tempel in Paris das erste Foto eines Menschen aufgenommen.

Das Objektiv wurde in einem einzigartigen achromatischen Design entwickelt. Bei einer großen Blende weicht die Optik ab und die Lichtstrahlen erschienen wie sanfte Lichtschleier. Die fertigen Bilder wirken verträumt und wie aus einer anderen Welt. Die französische Regierung ehrte Daquerre für sein Werk mit einer Summe von 6,000 Franken.

Etwa zwei Jahrhunderte später macht sich Lomography dieses Objektiv zum Vorbild und verfeinert es. Das Daguerreotype Achromat ist ein leistungsstarkes Objektiv für zeitgenössische Fotografen und Filmemacher.

Das Lomo Daguerreotype Achromat

Das Objektiv hält besonders Portraits, Stilleben und Lichter atemberaubend fest. Doch natürlich sind auch noch viele weitere Aufnahmen möglich. Lomography will die Magie der Fotografie und Ihre ästhetischen Ergebnisse wieder aufleben lassen. Mit dem Daquerreotype entstehen einzigartige und künstlerische Fotos, die nicht mal eben schnell mit dem Smartphone gemacht werden können.

Die Brennweite des Objektiv beträgt 64 mm. Es ist als Canon EF und als Nikon F sowohl analog als auch digital verfügbar. Mit einem Adapter ist es außerdem mit vielen weiteren Kameras kompatibel. Die Adapter sind nicht im Lieferumfang enthalten. Die Entfernungseinsellung erfolgt mit einem Fokusring und die Naheinstellungsgrenze liegt bei 0,5 m. Der Bildkreis beträgt 44 mm und der Bildwinkel 37 °. Das Daguerreotype Achromat besteht aus einem goldenen Messinggehäuse und ist wahlweise in schwarzer Lackierung erhältlich. Es wird in einer kleinen Manufaktur in Zentralchina von Hand hergestellt.

Das Waterhouse Steckblenden System

Im Lieferumfang befindet sich ein klassisches Waterhouse Steckblenden System. Dieses reicht von f/2.9 bis f/16. Die Steckblenden werden übrigens in den Schlitz im vorderen Teil des Objektivs gesteckt. Dank neu designter Steckblenden sind tiefe und texturierte Hintergründe möglich, welche bis jetzt in der Fotografie nur selten erreich wurden. Bei Blenden unter f/4 erreicht Ihr weiche Bilder mit Softfokus. Ab einer Blendengröße von f/5.6 werden Eure Aufnahmen glasklar und scharf. Grundsätzlich solltet Ihr für Landschaftsaufnahmen eher zu kleineren Blenden (große Blendenzahl) und bei Close-up’s oder Potraits zu größeren greifen, um einen verschwommenen Hintergrund (Bokeh) zu erreichen.

Ein kleiner Hinweis : Da die Blendengröße des Daquerreotype nur manuell und von Hand eingestellt werden kann, könnt ihr mit dem Objektiv auch nur im manuellen Modus fotografieren. In den anderen Eistellungen wird euch angezeigt, dass das Objektiv nicht erkannt wird. Das liegt daran, dass die Kamera eure gewählte Blendengröße nicht kennt und folglich gar keine Belichtungseinstellungen vornehmen kann.

Neben den “ganz normalen“, runden Steckblenden hat sich Lomo aber noch etwas ganz Besonderes ausgedacht. Mit den Lumière und Auquarelle haben sie Steckblenden entwickelt, welche weiche und malerische Effekte erziehen. Diese beiden besonderen Steckblenden gibt es jeweils in drei verschiedenen Größen. Jedoch handelt es sich hier um eher größere Blenden. Ihr könnt also mit einer Vielzahl von Bokeh-Effekten experimentieren und tolle Muster in Eure Fotos integrieren.

Die Lumière Blenden sind jene mit Kreismustern. Sie sorgen für einen weichen Glanz sowie einen sanften und körnigen Hintergrund. Mit ihnen erzeugst du ein ringförmiges Bokeh in Deinen Bildern.

Die Aquarelle Steckblenden haben eine sternartige Form. Sie sorgen wiederum für einen lebhaften und texturierten Hintergrund, welcher an Pinselstriche des Impressionismus erinnert. Dieses Muster ist etwas unruhiger, aber auch ein echter Hingucker.

Meine Erfahrungen

 

Ich durfte das Daguerreotype Achromat testen und war wirklich begeistert. Zwar habe ich ein bisschen Zeit gebraucht, um mit der Nutzung des Objektivs vertraut zu werden. Es war ungewohnt, die Blende per Hand wechseln zu müssen und nicht mehr schnell am Drehrad zu ändern. Die Blendenzahl wird bei den Steckblenden nicht im Bildschirm angezeigt, und ich habe deswegen oft vergessen, die Belichtungszeit an eine neue Blende anzupassen. Doch mit der Zeit gewöhnte ich mich daran und fand immer mehr Motive, welche ich wunderbar mit diesem Objektiv festhalten konnte.

Besonders gerne experimentierte ich mit den größeren Blendengrößen, da mir der hierdurch entstehende, sanfte Ton in den Bildern sehr gut gefällt. Dieses Objektiv schafft es, dass sogar unscharfe Bilder spektakulär aussehen.

Am Liebsten griff ich natürlich zu den Lumières und Aquarelles, denn mit Ihnen erreicht man wirklich einzigartige Fotos. Bei dem “Sternenhimmel“ handelt es sich übrigens um Spiegelungen des Sonnenlichts im Inn. Blumenwiesen bekamen plötzlich die Form eines Sternenhimmels. Und sieht die Blume in der Blumenvase nicht aus wie gemalt? Ein kleiner Tipp für diese Blenden: Fokussiert Objekte, welche eine gewisse Entfernung zu ihrem Hintergrund haben. Dann erscheint das Objekt klar und scharf, und der Hintergrund nimmt die verspielten Formen der Blende an. Natürlich macht das Objektiv auch tolle und klare Fotos von Landschaften, wie zum Beispiel das Bild der Innpormenade beweist.

Nachdem ich das erste Mal mit dem Objektiv fotografiert habe, sprudelte ich nur so vor Ideen, wo ich es noch überall einsetzen konnte. Ich will mit diesem Objektiv auf jeden Fall noch das Nachtleben fotografieren, um möglichst gut mit Lichtern zu spielen.- Achtung Suchtgefahr!

Ich empfehle dieses Objektiv an alle Fotografen, die auf der Suche nach etwas Neuen sind. An alle, die sich gerne kreativ austoben. Und an alle, die einen Hang zur Ästhetik haben. An alle, die gerne Spaß am Fotografieren haben. Außerdem an alle, die gerne auffallen. Ich habe ziemlich oft gemerkt, wie die Leute verstohlen auf mein goldfarbenes Objektiv schauten.

 

Weitere Produkttests

 

Wenn ich Eurer Interesse an diesem Objektiv geweckt habe, gelangt Ihr hier direkt zu dem Lomography Daguerreotype Achromat in unserem Onlineshop.

Außerdem interessieren mich Eure Erfahrungen mit diesem Objektiv. Schreibt sie mir gerne unten in die Kommentare. Übrigens habe ich eine Flickr Gruppe eröffnet, in der ich Eure Daquerreotype Fotos bewundern will. Hier könnt Ihr auch einige meiner Fotos in größerer Auflösung betrachten.

Author

Janina

Date & Time

Mai 11, 2017