Der 3D Druck Rausch

Etwas unsauber sieht der erste Druckversuch leider aus. Aber er ist voll funktionstüchtig!

Wir leben schon in einer interessanten Zeit. Leistungsstarke Computer passen in die Hosentasche, Kameras können Bilder mit extrem hohen Auflösungen produzieren, und 3D Drucker werden immer günstiger.
Letzteres steht seit einiger Zeit bei mir Zuhause und versorgt mich mit allerlei Krimskrams den man eigendlich nie gebraucht hat, aber nun kostengünstig selbst herstellen kann. So ist mein Schreibtisch schnell voll von kleinen Figuren, Stifthaltern und ein paar nach Maß angefertigten Gehäusen. Irgendwann denkt man sich schließlich, man könnte Zubehör fürs Fotografieren brauchen und scrollt sich so durch die eingängigen Plattformen im Internet nach kostenlosen Druckvorlagen. Schließlich zieht eine Überschrift meine Aufmerksamkeit auf sich.
“Objektiv für Canon EF-Mount”…

(Un)möglich?

Angeschlossen an der Spiegelreflex – ein merkwürdiger Anblick

Ein Objektiv aus dem 3D Drucker? Wie soll denn das funktionieren? Glas kann man mit den Hobbydruckern auf jeden Fall noch nicht verarbeiten. Beschreibung und Bild verraten dann, es handelt sich um ein Pinhole Objektiv. Quasi eine “Glaslose Optik”. Einzig eine Alufolie und eine feine Nadel werden noch benötigt um ein funktionsfähiges Objektiv zu erhalten.
Kurze Zeit später surrt der Drucker vor sich hin und es entsteht aus einem dünnen Kunststofffaden Schicht für Schicht das neue Objektiv. Zwischendurch braucht man sich allerdings bei der Suche nach den restlichen Materialien nicht zu beeilen, da der Druck des kleinen Deckels etwas über einer Stunde dauert. Nach einer kurzen Bastelstunde ist das Pinhole Objektiv fertig und findet sofort Platz am Bajonett der hochauflösenden Spiegelreflex.

Erste Bilder

Fotografieren mit dem Pinhole ist eigendlich sehr einfach. Ein paar Dinge sind dabei jedoch zu beachten. Durch die physikalischen Eigenschaften des Objektivs ist ein Fokussieren weder möglich noch notwendig. Eine Blende kann natürlich auch nicht gewählt werden. Typischerweise ist die Blendenzahl bei Pinhole Objektiven dunkler als 1:128; sprich Zappenduster das Ding. Im Sucher hat man Probleme einen Bildaufbau vorzunehmen und aus der Hand fotografieren ist dabei selbst bei hellstem Tageslicht eine Herausforderung. Mit einem Stativ, ist letzteres jedoch kein Problem. Die Belichtungsmessung meiner Kamera hat noch recht gut funktioniert und mich in der Wahl der Belichtungszeit unterstützt.
Nachfolgend sind drei der Bilder die ich mit dem Pinhole gemacht habe. Die lasse ich mal für sich selbst sprechen und melde mich weiter unten zurück.

Die Bilder sind – Typisch für ein Pinhole Objektiv – nicht gerade detailvoll. Doch genau dadurch stechen sie in der heutigen Welt erst hervor. Bleibt man am Bild hängen, muss man sich mehr damit beschäftigen.

Selbst versuchen

Das gedruckte Bajonett passt perfekt!

Falls du Zugang zu einem 3D Drucker Hast, kann ich dir nur empfehlen das ganze mal auszuprobieren. Die Druckdaten können kostenlos auf Thingiverse heruntergeladen werden.

Pinhole Objektiv auch ohne 3D Drucker

Für Heimwerker

Diesen Spaß kann man auch ohne 3D Drucker ausprobieren. Diverse Tutorials, die Kostenlos im Internet verfügbar sind, zeigen, wie man Pinhole Objektive mit Haushaltsgegenständen anfertigen kann.

Für analoge Bastler

Die Analogen Bastelfans könnte diese Anleitung von Lomography zum bau einer ganzen Pinhole Kamera mit 35mm Film interessieren.

Für alle, die mehr wollen

Eine Moderne, jedoch teure Kaufalternative bietet Thingyfy mit ihrem Pinhole Pro Objektiv. Die Kickstarter Kampagne der Firma zeigt, was ihr Neues Pinhole alles kann.

Hast du schon mal mit Pinhole Objektiven Fotografiert? Teile hier gerne deine Erfahrungen mit mir.